24.1.2005

Gestern gingen wir mit Hidalgo bergsteigen – wir wollten eine besonders schöne Route ohne genaue Karten in den Süden nehmen und staunten über die immer enger und steiler werdende Straße und rätselten in Ermangelung einer genauen Karte immer wieder ob wir noch dem richtigen Weg folgen. Mit dem Kompaß und den wenigen Hinweisen der Karten fanden wir uns halbwegs zurecht. Irgendwann standen wir in einem Dorf endgültig an und entdeckten zu unserem Glück zwei Frauen, die uns den richtigen Weg beschrieben. „Links abbiegen, eher rechts halten.“ Der Weg wurde noch schöner, immer steiler und enger. Letzendlich die Warnung vor einem Tunnel: 2,65m Maximalhöhe - „Ob wir da noch durchpassen“, rätselte Rüdiger, „wir sind eindeutig um einiges höher!“ War dann gar nicht so schlimm, ein paar Zentimeter reichen doch. Auch unsere Befürchtung, dass bei einem der Tunnel dann Schluß sein könnte war glücklicherweise unbegründet, es ging sich immer gerade noch aus – Schwein gehabt. Einige sehr enge adrenalinsteigernde Kilometer und viele hundert Höhenmeter später gelangten wir wieder auf die normalen Straße nach Mount Louis, mit 1600 m der höchsten Stadt Frankreichs in den Pyrenäen. Ist auch ein beliebtes Schigebiet und Wochenendziel für viele Spanier mit abschließendem abendlichem Stauerlebnis dem wir uns nicht entziehen konnten. Wir flüchteten uns in eine kleine Schotterstraße für ein Nachtplätzchen. In der Nacht hatte es dann wieder ordentlich Minusgrade, ein Rückschlag nach den letzen so warmen Nächten. Die eigenartigen Gespinste am nächsten Morgen können wir leider nicht erklären – greifen sich an wie eine Mischung aus Baumwolle, Seidenkokons und Spinnweben.

Da uns das Bergsteigen mit Hidalgo so gefallen hat fuhren wir heute auf den Mont Serrat und besuchten die Santa Cava, die heilige Grotte – ein Ort mit außergewöhnlicher Kraft. Sie beherbergt die Schwarze Madonna, die katalanische Schutzheilige. Das aus dem Holz eines Olivenbaums geschnitzte Gnadenbild stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde angeblich in der Grotte gefunden. Durch das hohe Alter ist die Oberfläche des Holzes fast schwarz geworden, weshalb es Schwarze Madonna, genannt wird. Durch die Madonna setze ein gewaltiger Pilgerstom ein, der bis heute nicht verebbt ist. Wir machten uns auch auf den rund 40 Minuten dauernden Fussmarsch, den wir um diese Zeit fast alleine beschritten. In der Kapelle über der Grotte befindet sich auch ein Raum voller Opfergaben für vergangene und zukünftige Ereignisse: Krücken, Babywäsche, Fotos, Kappen, Armprothesen, usw. Gisis Visitenkarte liegt nun als Gabe in der Santa Cava.













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