Di 1.5.2007

GERNOT muss mir noch die Formatierug einstellen, habe den Text trotzdem freigeschaltet, damit es wieder etwas neues zum Lesen gibt.

Die staubige Pad will heute kein Ende nehmen. Das Schild von Connys Restaurant verführt uns mit kaltem Bier werbend zu einem kurzen Zwischenstopp. Conny schleppt sich langsam, bedingt durch ihre schwere Körperfülle zu uns an den Tisch, um die Bestellung aufzunehmen. In ihr Gesicht hat das Leben tiefe Furchen gegraben. Nachdem sie uns Bier und Kaffee serviert hat setzt sie sich in einiger Entfernung zu uns – beginnt zu plaudern. Sie wirkt vereinsamt mit viel zu seltener Ansprache. »Mein Mann ist vor wenigen Jahren gestorben und ich musste meinen Store drüben bei der Farm aufgeben. Bin jetzt ganz alleine hier draußen.« Wenige Minuten später bittet sie uns, etwas in ihr Gästebuch zu schreiben. Wir blättern nach. Vorgestern kam ein französisches Pärchen vorbei, am Tag zuvor ein paar Deutsche in Begleitung einer Engländerin, ... Sie hat die üblich Minimalpension, mit der sich gerade einmal ein bescheidener Einkauf im Monat ausgeht. Conny jammert jedoch nicht, sie scheint sich mit ihrem Schicksal abgefunden zu haben und versucht mit den sich ab und zu hierher verirrten Touristen ein klein wenig dazuzuverdienen. Zwanzig Kilometer weiter suche ich verzweifelt meine Bauchtasche. »Mist! Die habe ich bei Conny auf der Armlehne vergessen.« Ich gebe Seppi ein Zeichen, damit er neben mich fährt. »Wir müssen zurück. Da ist auch die Kamera drinnen.« »Ich fahr dann weiter und warte auf euch.«, erklärt mir Seppi während er bereits zum Weiterfahren ansetzt. »Stopp! Müssen uns doch einen Treffpunkt ausmachen. Wartet bei der zweiten Tankstelle in Rehoboth.« »OK!« Wir preschen die Pad zurück zum Restaurant. Conny empfängt uns mit einem Lächeln auf den Lippen. »Die Tasche hängt noch da wo du sie vergessen hast.« »Danke!« Henni wird sich sicher wieder fürchten, wenn wir nicht rechtzeitig vor Sonnenuntergang bei der Tankstelle ankommen. Deshalb fahre ich viel zu schnell gegen die aufkeimende Dunkelheit. Kurz nach 18 Uhr ist es bereits zappenduster an der Tankstelle in Rehoboth. Von Seppi und Henni freilich keine Spur. Auf das Handy bekommen wir eine kryptische SMS: Sind in Reror! Sind wohl in einem Hotel, dass so heißt. Senden ihnen ein SMS, dass wir weiter wie geplant an den Stausee fahren. Die Rezeption des Campingplatzes ist nicht besetzt. Minuten später finden wir jemanden, der uns einen netten Platz zeigt. Erst nach zehn Minuten meint er, dass unsere Freunde schon da sind. »Sie essen gerade im Restaurant!« Reror sollte Resort heißen – sind im Resort ... Henni stand Ängste aus, als Seppi bei der Tankstelle nach dem Weg fragte und von einem Dutzend sehr hilfsbereiten Leuten umringt wurde ... Flucht an den Stausee ;-)


Kommentare

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