Di 20.9.2005

90% Reduktion

John holt uns am Morgen ab, um uns zum DHL-Büro zu begleiten. Dort wollen wir unsere Götzeringe, die sich selbst einschleifenden Kolbenringe von unserer Werkstatt, Kahlhofer, aus Paternion in Kärnten abholen. Langsam fahndet die nette Dame bei der Rezeption nach unserem Paket. „Wartet bitte ein wenig im Büro!“ Wir warten und warten. „Das Paket ist im Zoll, es kommt gleich jemand!“, informiert uns die freundliche Dame. Schließlich werden wir zum nebenan liegenden Zollraum geführt. Einen Schlüssel hat der DHL-Mitarbeiter, einen anderen der Zöllner - schnell ist das Paket kontrolliert. Dann dürfen wir uns wieder in Geduld üben. „Jetzt müsst ihr nur noch den Zoll bezahlen!“, verkündet uns lächelnd die DHL-Mitarbeiterin. Umständlich rechnet man im Zollbüro herum - der Paketwert beträgt 98 EUR. „Das macht dann 54 975 FC, das sind 96 EUR (Anm.: Die erste Rechnung machte 53 410,95 FC aus)!“, verkündet uns der Rechenkünstler. „Wie bitte, das sind ja 100% Aufschlag auf den Paketwert, das kann doch nicht stimmen!“ – „Das sind der Zoll und die ganzen Taxen: Droit d‘entrée douane, Imprimés Ofida, Taxe DGRAD, Taxe BIC, Taxe FPI, Frais OCC et Tally et Frais bancaire!“, meint der Zöllner und verweist auf seine elendslange Rechnung. Wir sind baff! „Können wir bitte mit ihrem Vorgesetzten sprechen?“ – „Der ist im Büro nebenan!“ – „Fein!“ Wir werden in einen kleinen mit Akten voll geräumten, fensterlosen Raum geführt. Im Eck lümmelt der Chef hinter seinem Schreibtisch. Dann geht alles sehr schnell: „Wie macht ihr überhaupt Geschäfte mit Europa, wenn ihr 100% Aufschlag auf alle Waren erhebt?“ und Gisi wütend: „Wenn ihr soviel verlangt ist es das letzte mal, dass wir etwas über DHL verschicken lassen!“ – „Wenn das so ist, dann zahlt eben FC 5500.-, also 10 USDollar!“ Wir sind erneut baff, von 96 EUR auf 10 US$ - hier ist also alles Verhandlungssache!

Wollen John als Dank für seine Hilfe bei der Grenze zum Essen einladen – leider muß er dringend weg und so verschieben wir‘s auf Morgen.

Superior Andy

Wir dürfen in der Procure Ste Anne bleiben. Andy Gonzalo von den Philippinen ist Priester der CICM, der Congregation of the Immaculate Heart of Mary. Er ist seit 14 Jahren im Kongo und hat 4 Jahre direkt mit den Pygmäen gearbeitet und sie total liebgewonnen. Wie es in der katholischen Kirche nun mal so ist, man wird auch gegen seinen Willen befördert. Andy wurde Superior und hatte die nächste Dekade die anderen Missionare bei den Pygmäen als Chef zu betreuen um schließlich vor einiger Zeit hier in der Procure Ste Anne die Finanzaufsicht zu übernehmen. Andy ist der legerste katholische Priester, der uns bisher über den Weg gelaufen ist. Er trägt immer lockere Kleidung und wir können uns über praktisch alle Dinge des Lebens mit ihm offen unterhalten.

Andy bei den Pygmäen

Über seine Zeit bei den Pygmäen erzählt er uns viel: „Es ist bei der Missionierung früher nicht alles so gelaufen, wie es sich die Kirche vorgestellt hat. Wir machten Fehler! Wir haben die Pygmäen aus dem Wald geholt und sie wurden von den Congos versklavt. Das Dorf der Pygmäen steht gleich neben dem Congodorf. Die Pygmäen müssen gratis arbeiten und bekommen nur ein wenig Maniok und andere Kleinigkeiten ab und man sieht auf sie herab! Ich versuchte immer gegen zu steuern und ihnen Selbstbewußtsein und Bildung zu vermitteln. Damit ließen sich nicht mehr alle unterjochen, denn Selbstbestimmung und Willensfreiheit ist das Wichtigste für jeden Menschen!“ – „Wie sieht es bei den Pygmäen mit dem Tod aus? Ist auch bei ihnen immer jemand für den Tod eines Menschen verantwortlich?“ – „Leider ja, dies schafft bei vielen Naturvölkern den größten Leidensdruck. Es muß immer einen Schuldigen geben! Niemand stirbt einfach so. Der Schuldige muss gefunden und bestraft werden. Schrecklich! Deshalb ist der christliche Glaube eine Möglichkeit diesem Horror zu entkommen. Unsere Arbeit ist sehr wichtig und wir dürfen die Pygmäen nicht alleine lassen, damit sie auch im 21. Jahrhundert einen Platz finden. So lange die Entwicklung im Kongo langsam ist, haben sie auch eine gute Chance. Wir haben sie aus dem Wald geholt und jetzt müssen wir ihnen helfen sich eine selbst bestimmte Zukunft aufzubauen!“ Das Leben ist ein ständig weiter strömender Fluß... Bei solchen Diskussionen müssen wir immer an die Himba, einem Nomadenvolk aus dem Norden von Namibia und dem Süden von Angola, denken. Zum Glück stemmen sich besonders die Frauen gegen die Beeinflussung durch die westliche Zivilisation. Sie gehörten zu den reinsten Nomadenvölkern in Afrika und haben es geschafft, ihre eigene, ganz spezielle Kultur, trotz enormen Druck von Außen, zu bewahren.

 





Kommentare

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