Di 21.6.2005

Der Karateaffe

Am Morgen hören wir auf dem Platz hinter uns die Kinder vor Vergnügen quietschen. Ein dressierter Affe vollführt seine Kunststückchen und begeistert jung und alt. Sein bester Trick ist: Karateeee! - immer wenn er das Kommando hört, schlägt er ein Rad und steht mit seinem Kampfstab in Position. Danach gibt er einem die Hand, uns natürlich auch. Immer wieder und wieder gibt uns der Pavian die Pfote, bis wir kapieren: Man legt ein Geldstück in die Pfote, schließlich verdient sich so der Gaukler seinen Lebensunterhalt. Der Pavian sieht recht zufrieden aus, schließlich behandelt ihn sein Herrchen auch sehr gut.

 

Die Großmutter

Nachdem Rüdiger den Karateaffen abgelichtet, hat möchte Adamau auch unbedingt seine Familie verewigt wissen. Nichts lieber als dies! Die 79-jährige Großmutter genießt die Fotosession am meisten und wirft sich unermüdlich in Position. Sie meint, dass sie nun alt sei und sich schwach fühlt von der vielen schweren Arbeit, die sie ein Leben lang verrichtet hat. Sie hatte immer wieder Hungerperioden durchzumachen und momentan stehe auch wieder eine Lebensmittelknappheit vor der Türe, da die Hirsespeicher bereits ziemlichen Tiefstand haben. Sprich: Drei Monate dauert es bis die vor kurzem gepflanzte Hirse reif wird und für gute zwei Monate reichen die Vorräte – ein Monat muss gestreckt werden. Dies alles teilt sie uns in Hausser und mit unmißverständlicher Gestiksprache mit.

Später sehen wir den teils gar nicht so schlanken Frauen beim Hirsestampfen zu. Rüdiger sieht sich auch die runden Hirsespeicher an: Ziemlicher Tiefstand und wie gesagt erst in drei Monaten gibt’s die nächste Ernte. Geben deshalb als Gastgeschenk Reis und Nudeln.

Fahrt an der Grenze zu Nigeria

Fahren heute fast genau an der Grenze zu Nigeria entlang. In den Dörfern wird billiger Diesel aus Nigeria schwarz verkauft – wir sind jedoch bis auf den letzten Kanister voll. Bei einem Stopp kommt ein Junge auf Rüdiger zu. Seine Augen sind voll Gier und Haß: „Donnez moi Cadeau!“ Rüdiger ist entsetzt, solch einen Blick und verzerrte Gesichtszüge geben einem zu denken. Was wird wohl aus so einem 12-jahrigen? Die Dörfer entlang der Grenze haben allesamt ein etwas eigenartiges Flair und wir sind froh gegen Abend wenigstens 20 Kilometer Abstand zur Grenze gewonnen zu haben. Bei einer Village wollen wir zufahren und vergraben uns im nassen Sand. Eine Viertelstunde später stehen wir wieder hinter dem Zaun einer Großfamilie. Am Anfang ist das große Bestaunen – 35 Kids, 20 Frauen und rund 15 Männer sehen uns beim Zeltaufbau zu, so etwas haben sie noch nie gesehen. Bei Einbruch der Dunkelheit ziehen sich alle in ihre Bereiche zurück. Spät am Abend kommen 3 Jugendliche vorbei und begaffen uns, ohne viel mit uns zu reden. Nach einiger Zeit: „Ihr müsst uns jetzt ein Geschenk geben!“ Wir sind baff, natürlich werden wir morgen der Familie ein Gastgeschenk geben, doch sicher nichts diesen dreien.

 








Kommentare

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