Di 25.1.2005

Einen Übernachtungsplatz am gestrigen Abend zu finden war nicht ganz so einfach. Barcelona macht sich bereits 40 Kilometer vorher bemerkbar. Wir kurvten lange bis wir in einem Wald doch noch ein halbwegs nettes Plätzchen fanden. Heute machten wir uns auf, um Barcelona zu entdecken. Doch Barcelona wollte es uns nicht ganz so einfach machen. Gisi fand in unserer tollen 1:1 000 000 Michelin Karte nette Routen in die Stadt, doch die Beschilderung lies die Navigatorin schlichtweg verzweifeln. Immerhin, wir sahen die größte Mischmaschine unseres Leben: Ein gut 80 Meter langes Ungetüm – echt sehr beeindruckend! So sehr, dass wir noch zweimal daran vorbeifuhren. Die richtige Einfahrt in die Stadt fanden wir trotzdem nicht. Irgendwann hatten wir uns auf die A2 geeinigt, als Wahlwiener für uns eine bekannte Bezeichnung. Doch finde die mal mit der spanischen Verwirrbeschilderung. Rüdiger ist sich sicher, dass ein paar Spanier mit versteckter Kamera sich königlich amüsieren. Die A2 stand gut beschildert angeschrieben – man fährt halt so nach und plötzlich ist man auf einer vollkommen anderen Schnellstraße. Zuerst schiebt man dies auf sich selbst und denkt sich, dass man einfach zu doof ist den richtigen Weg zu finden. Doch nach zig mal dem selben Verirrungssystem samt Baustellen erkennt man dass eben kein System dahintersteckt und die Planer die doofen sind. Mit Hilfe der Himmelsrichtungen und viel Glück fanden wir nach geschlagenen eineinhalb Stunden doch noch die richtige Einfallstrasse in die Stadt. Endlich konnten wir mit unserem Prunkstück, dem Stadtplan von Barcelona arbeiten. Schnell hinein in die Stadt und Hidalgo in der Nähe des Zentrums abgestellt. Auf ein paar Tapas gegangen und dann war Hidalgo plötzlich in Luft aufgelöst – nicht mehr am Platz. Da war doch vorher so ein Schild mit einem Rollstuhl, doch das wies doch genau in die andere Richtung – oder? Wenn man genau schaut ist da noch so ein Schild, jedoch völlig mit Stickern zugeklebt und wenn man gut reimen kann und dann einem die Spanier aus der Tiefgarage nebenan noch den tollen neonorangen Sticker auf dem Boden zeigen, weiss man welche Stunde geschlagen hat: Hidalgo wurde abgeschleppt. Rüdiger dachte dies sei unmöglich – für Wiener Verhältnisse hat er recht, doch die Spanier sind einfach schlauer. Heben dich nicht etwa rauf auf einen LKW, sondern verpassen den Hinderrädern einfach zusätzliche Räder und hängen dich schräg rauf. Zugegeben: schlicht und genial zum abkassieren. Ob das Schild zugeklebt war oder sonstiges interessiert die Erpresser gar nicht, man muss als Tourist angeblich vorab zahlen – zumindest rücken sie dir einfach das Fahrzeug nicht raus und können plötzlich nur mehr Spanisch. In Österreich würde man nicht zahlen und dann der Behörde den Sachverhalt mit Fotos beweisen und müsste keinesfalls bezahlen. Zähneknirschend und mit anderer Unterschrift unterschreibt man halt den Kreditkartenbeleg und nimmt sich vor dies zu melden und der Erpressung keinesfalls nachzugeben – Recht soll schließlich Recht bleiben und solchen Methoden muss ein Riegel vorgeschoben werden. Wir hatten unseren Hidalgo wieder unversehrt und machten uns auf in Richtung Zentrum zum Hostel unserer Wahl. Dies wurde ein echter Test nach dem zuvor erlebten. Wir kurvten und kurvten um das Zentrum herum und alle Garagen lachten Hidalgo höhnisch aus: „Zu hoch, du bist zu hoch!“ Parkplätze gibt es schlicht und einfach nicht im Zentrum von Barcelona einem vielfachen des ersten Wiener Gemeindebezirkes. Irgendwann, nachdem wir uns beim x-ten Kreisverkehr schon wieder mal nicht zurechtfanden, meinte Gisi: „Park halt irgendwo, wir fahren mit dem Taxi ins Hostel!“ – „Sehr lustig, ich habe in den letzen Stunden keinen einzigen nur halbwegs legalen Parkplatz gesehen.“ – „Da vorne ist noch eine Garage, biege ein, vielleicht ist die hoch genug.“ – „Optimistisch ist Gisi schon“, dachte sich Rüdiger und meinte: „Probieren wir’s halt noch mal.“ Die maximale Fahrzeughöhe war wieder mal 2,10 m – also zum Vergessen für uns. Sehnsüchtige Träume nach einem Klappdach kamen auf ... So fuhren wir durch Barcelona, lernten wie man mehrspurigen Kreisverkehr richtig bewältigt, doch kein Parkplatz in Sicht und die Natur rief bereits lautstark. Plötzlich eine Lücke, viel zu eng – doch Rüdigers Motivation war ungebremst. „Weis mich ein, da passen wir schon rein!“ Zehn Minuten später stand Hidalgo in der Lücke: Vorne und hinten nur zwei cm Platz. Hinten war jedoch ein Container und die nette Spanierin aus dem Geschäft daneben meinte: „In der Nacht kommt die Müllabfuhr und wenn sie so knapp stehen, können die den Container nicht aufheben.“ - „Hat nicht so unrecht“, meinte Gisi leicht entnervt. Also Gisis Rad runtergeschraubt und mitgenommen! Wir haben in den nächsten Tagen im Umkreis von 8 Kilometer keinen einzigen (!) weiteren legalen Parklatz mehr gesehen ...

 

 




Kommentare

Anzeige: 31 - 35 von 505.
 

Annie Annie aus Apeldoorn

Samstag, 15-07-17 04:43

natural appetite suppressants

 

Eleanore Eleanore aus Valpone

Samstag, 15-07-17 04:06

best appetite suppressant pills

 

Leticia Leticia aus Cachan

Samstag, 15-07-17 03:42

appetite suppressant

 

Monique Monique aus St. Niklaus

Samstag, 15-07-17 03:37

naturalappetitesuppressantsthatwork

 

Lelia Lelia aus Louisa Creek

Samstag, 15-07-17 02:45

best appetite suppressant pills

 
 

Kommentar abgeben

Ins Gästebuch eintragen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz