Di 8.2.2005

Die negativen Gefühle der Nacht waren bei Tageslicht verflogen – eine freundliche Stadt mit angenehmen Menschen. Da wir die einzigen Touristen waren, wurden wir auch gar nicht wie in Zentren sonst üblich von aufdringlichen Verkäufern belästigt.

Auf der berühmt berüchtigten Gegend Ketama kamen wir nur langsam voran. Permanent wurde mit eindeutigen Handzeichen und Gesten an der Straße und von fahrenden Autos aus die ortsübliche Handelsware, Marihuana angeboten. Zu Beginn war es noch amüsant immer mit dem Kopf zu nicken oder ablehnende Handzeichen zu machen. Danach winkte man einander zu. Doch mindestens 9 von 10 Menschen die man sah boten etwas an. Dazu muss man wissen, dass Ketama eines der weltweit größte Hanfanbaugebiete ist. Der Anbau ist auch legal, der Verkauf von Marihuana nicht – trotzdem verkauft es dort beinahe jeder. Die Gegend ist wunderschön, doch vor lauter Kräuterverkäufern, die buchstäblich aus dem Busch wachsen, sobald man stehenbleibt, wird einem das Anhalten total vermiest. Aufdringlichkeit bis zum geht nicht mehr ist wohl die Devise der Verkäufer. Besonders die meist in einem mehr oder weniger neuen Mercedes sitzenden Dealer sind die schlimmsten. Ein weisser Mercedes überholte uns immer wieder selbstmörderisch, setzte sich vor uns und versuchte uns zum Halten zu zwingen. Dabei lehnte der Verkäufer halb aus dem Auto – ein grotesk-komischer Anblick und hielt die Ware wild gestikulierend hinaus. Zuerst reagierten wir noch mit ablehnendem Kopfschütteln und diversen Gesten die ihn zum Verschwinden bewegen sollten, danach ignorierten wir ihn. Sinnlos! Eine halbe Stunde später gesellte sich ein silberner Mercedes neuester Bauart hinter uns. Kein langsam fahren oder vorbei winken half, er blieb hartnäckig im Rücken. Der weisse Mercedes schien aufzugeben. Ein grüner alter Mercedes begann uns in ähnlicher Weise zu belästigen. Ein Toyota Pickup stieß auch noch zur Meute und unser Freund, der weiße Mercedes war auch wieder da. Na toll! Langsam wurde uns mulmig zumute, ab Bab-Taza gab es bis Bab-Berret auf rund 40 Kilometer keine Ortschaften mehr. Die weite Landschaft konnten wir schon lange nicht mehr geniessen. Es wurde dunkel. Rüdiger war beschäftigt sich von den Wölfen, sie verhielten sich ähnlich wie diese bei einer Treibjagd, nicht ausbremsen und zum Halten zwingen zu lassen. Dabei musste er ein paar mal ziemlich knapp an den Häschern vorbei oder ihnen knapp auffahren – danach hielten sie sich eine Weile in respektvollem Abstand. Wir wußten nicht, was sie von uns wollen, wir dachten an einen Überfall, denn um Verkauf konnte es den Idioten wohl kaum mehr gehen oder doch die übliche Verkaufspraxis? Was tun? Handy war hinten. Die kleine Kamera musste als Handy herhalten. Gisi notierte die Nummer des lästigsten Wölfchens, des grünen Mercedes. Der silberne Mercedes hinter uns fuhr so knapp auf, das man seine Nummer nicht erkennen konnte. Die anderen verschwanden beim „Handygespräch“. Verkaufen wollte sie jetzt sicher nichts mehr – in Ruhe lassen leider auch nicht. Es waren nur noch wenige Kilometer bis zum nächsten Ort, hoffentlich mit Polizeistation. Wir fragten in Bab-Berret sofort nach der Polizei – die Verfolger lauerten mit Abstand. Der Polizist meinte, dass die ja nur Marihuana verkaufen wollten und harmlos seine. „Über 30 Kilometer“ – „Das ist aber schon sonderbar!“ – „Draußen steht auch noch der silberne Mercedes!“, bat Rüdiger den Polizisten raus, der sich dann sofort aus dem Staub machte. Der Chef der Truppe sprach auch ein paar Brocken deutsch – kannte Krankel, Prohastka, Kreisky und auch unrühmliche Österreicher wie Hitler. „Bleibt im Hotel neben der Polizeistation, oder ihr könnt auch im Auto übernachten.“ Wir beschlossen im Hotel ohne Dusche und Heizung die Nacht zu verbringen um das Erlebte in Sicherheit zu verdauen.

 







Kommentare

Anzeige: 16 - 20 von 473.
 

Veta Veta aus Kickeshausen

Samstag, 15-07-17 08:55

wrinkle cream reviews

 

Erlinda Erlinda aus Lindau

Samstag, 15-07-17 08:52

bestwrinklecreamfordeepwrinkles.com

 

Joseph Joseph aus Obermaisling

Samstag, 15-07-17 08:51

male enhancements that really work

 

Santiago Santiago aus Wollongong North

Samstag, 15-07-17 08:46

appetite suppressant pill

 

Theda Theda aus Gottsbach

Samstag, 15-07-17 08:24

appetite suppressant

 
 

Kommentar abgeben

Ins Gästebuch eintragen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz