Do 17.3.2005 und Fr 18.3.2005

Ali der Abzocker

Am Vormittag waren wir wieder am Markt, weniger um einzukaufen, sondern wegen dem angenehmen Flair und um ein paar Fotos mit versteckter Kamera zu schießen. Die Bevölkerung ist in Nouâdhibou nicht mehr rein arabisch gemischt mit Berbern. Es macht sich bereits sehr angenehm der schwarzafrikanische Einschlag bemerkbar. Araber, wie Ali, führen sich leider immer noch wie Herrenmenschen gegenüber der schwarzen Bevölkerung auf. Erst 1980 – das ist kein Tippfehler (!) - wurde die Sklaverei in Mauretanien offiziell verboten. Die 3 Euro, die der Campingplatz angeblich zuerst hätte kosten sollen, sind auf 10 Euro gestiegen – wundersame Preisvervielfachung. Ali meinte, dass Mauretanien eben ein teures Land sei und ein Kaffee in Europa doch schließlich 5 Euro kosten würde. Nach längerer Diskussion und Aufklärung über das europäische Preisgefüge im Vergleich zum mauretanischen waren es 3 Euro pro Person, noch immer 3-fach überteuert! Doch irgendwie muß sich Ali ja auch seinen neuen Mercedes finanzieren.

Tiefste Wüste

Nach Nouakchott gibt es jetzt eine Straße, wie wir noch in Marokko von einem Unimog-Fahrer gehört haben. Spielverderber, jetzt brauchen wir nicht mehr den Strand entlang die 380 Kilometer herunterfahren. Einige Kilometer nach Nouâdhibou ist die Straße zu Ende und die Piste beginnt. Anfangs noch neben dem aufgeschotterten Untergrund für die zukünftige Asphaltstraße. Immer wieder haben sich Geländefahrzeuge über die Aufschüttungen vom Bagger auf die unfertige Fahrbahn begeben – die Straßenbauer werden damit ihre hellste Freude haben. Auch Franz aus Wien, mit seinem Steyr-LKW, dürfte dies gemeint haben, als er meinte, daß man fast nicht mehr auf die Straße zurückfahren kann und wir Probleme bekommen werden. Danach nur mehr Piste, die problemlos, ohne Vierradantrieb, und meist ohne Luft ablassen, zu bewältigen ist. Durch die sandigen Stellen muß man geschickt mit dem Gaspedal agieren und mit Tempo durch. Bei einer der sandigen Schlüsselstellen hat sich ein einheimischer Mercedesfahrer eingegraben. Eine Meute aus den nachfolgenden Autos versucht mit der Hand das Auto freizuschaufeln – sinnlos! Rüdiger hilft mit der Schaufel aus, und mit kräftigem Schieben ist der Mercedes wieder flott. Wir lassen ein wenig Luft ab und schaffen es gerade so durch die runde 200 Meter lange Weichsandstelle.

Das sandige Nachtplätzchen und noch so ein Sturm

Dort drüben bei den Dünen wäre doch eine feines Plätzchen für die Nacht! Bei einem fiesen sandigen Abschnitt auf dem Weg dorthin graben sich vor allem die Vorderreifen, aus denen wir keine Luft abgelassen haben, ein. Diesmal also die Luft so richtig auf 1 bar ablassen und freigraben – sind gleich wieder frei – diesmal ohne die Sandbleche! Rüdiger beim Kochen: „Da drüben zieht der LKW aber eine lange Staubwolke hinter sich her. Ist eigentlich überall Staub. Mist! Gisi, ein Sandsturm – schnell alles rein, der ist in ein paar Minuten da!“ Wir bekommen gerade noch das Essen rein, da fällt der Sturm wütend über uns her. Die restlichen Dinge zu sichern ist bereits ein Kampf gegen die Naturgewalt. Wir sind glücklich unser Essen im sicheren Inneren von Hidalgo zu geniessen.

 

42 Grad im Schatten

Wir haben nun über 60 Kilometer spannender Piste hinter uns und freuen uns über die schöne neue Asphaltstraße, die nun weitergeht . Die Wüstenlandschaften wechseln einander ab. Es wird heiß – so richtig heiß. Das Thermometer zeigt 42 Grad im Schatten an. Meist flimmert der Asphalt und wir sehen auch eine Fata Morgana am Horizont. Reale Landschaften und Spiegelungen sind schwer zu unterscheiden. Erst beim Näherkommen schälen sich die wahren Konturen aus den flimmernden Gebilden. In einer schönen Dünenregion machen wir eine Wanderung – da wollen wir bleiben! Wir fahren eine sandige Piste nach hinten und graben uns, da zu faul zum Luft ablassen, wieder mal ein. Gleich sind ein paar Beduinen zur Stelle, die jedoch nur Essen und T-Shirts wollen. Die wenigen Touristen erziehen wohl auch hier die Einheimischen zu Donnez-mois - wir hoffen dass der Unfug der wahllosen Geschenkeverteilung durch Aufklärung endlich eingedämmt wird. Diesmal brauchen wir auch die Sandbleche und mit 1 bar fahren wir dann problemlos durch den tiefsten Sand. Ein Einheimischer mit seinem neuen 4x4 Pajero, der zu uns rüber wollte, wäre beinahe auch nicht mehr aus dem Sand gekommen und kehrte lieber wieder zur Straße zurück.

Geschafft vom anstrengenden Tag genießen wir den lauen Abend mit einer sanften Brise in der vom Mond beschienen Dünenlandschaft.

 









Kommentare

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