Do 27.10.2005

Wieder mal beim Mechniker - Todesabbyss

José, ein Kubaner sieht sich das Malheur an und meint, daß die Hydraulikeitung für die Lenkung  anders geführt gehört. Eine gute Stunde später ist Hidalgo wieder in Ordnung. In der Zwischenzeit sind wir mit ein paar Portugiesen ins Gespräch gekommen. Sie können es kaum glauben, dass wir mit Hidalgo kreuz und quer durch Afrika gefahren sind. Ein wenig später kommt Dr. Agostino Nito zu uns zurück: „Ihr braucht nichts zu bezahlen! Ich haben die Rechnung für euch übernommen!“ – Wir sind sprachlos und bedanken uns herzlich bei ihm!

Tundavala - der Todesabyss

Wir machen uns auf spät auf den Weg. Wollen noch Tundavala  und seine schöne Natur samt dem berühmt berüchtigten Todesfelsen ansehen. Es geht auf 2252 Meter hinauf – die Piste ganz gut befahrbar - Hidalgo schnauft bei einer der letzen Steigungen, doch wir schaffen es gerade noch.

Kurz vor einem Gewitter: Die Sonne zaubert unwirklich anmutende Farbstimmungen in die groteske Steinlandschaft. Das Licht vergoldet die Szenerie wie in einem Traum – unglaublich! Es sieht aus als hätten Riesen die Blöcke zu Mauern und bizarren Figuren aufgetürmt. Wie in einer Fantasy-Filmkulisse. Nein! Viel, viel besser, den dies ist die Wirklichkeit und wir sind mitten drinnen. Rüdiger fotografiert wie ein Besessenerer – die eindrucksvollste  Landschaft der Reise.

Kommen an den gut 560 Meter tiefen Todesabyss, den überhängenden Abgrund an dem die MPLA, die Regierungsfraktion die UNITA-Sympatisanten und Kämpfer, die Rebellen, zu Tausenden in den Tod stürzte! Gespenstisch! Die Sonne hüllt die Felsen für wenige Sekunden in Feuer - wie eine gigantische Totenkerze zur letzen Ehre der Ermordeten. Es fehlen uns die Worte. Trotz der vielen Toten strahlt der Ort eine angenehme Stille und Ruhe aus. Wir stehen an einem natürlichen Tisch aus Fels und starren senkrecht in die Tiefe. Wir können es nicht verstehen wie Menschen andere da ins Verderben stießen. Sadistische Barbarei!

Schon beim Hinweg sieht Rüdiger eine Bierflasche mit abgeschlagenem Boden verkehrt  herum genau in der Fahrspur eingegraben. Seltsam! Ein Pickup, der uns schon vorne beim Felsen kurz besuchte wartet einige hundert Meter danach während der letzen Lichtstrahlen.

Der erste Nachtplatz gefällt uns nicht – sind zu leicht auszumachen. Erst beim zweiten fühlen wir uns wohl (wie gut unser Gespür war sollten wir ein paar Tage später erfahren...). Dafür riecht es irgendwie komisch. Finden bald den Grund: Trockenfisch - hundert Meter entfernt aufgebreitet. Ansonsten ein sehr malerisches Plätzchen zwischen den von den Riesen aufgetürmen Felsen ;-)

 









Kommentare

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