Do 30.6.2005

TAG 1: LAC TCHAD-, TSCHADSEEUMRUNDUNG

Aller Anfang ist schwer

Verabschieden uns in N’Guigmi und lassen uns noch den Einstieg in die Strecke erklären. „Nehmt doch einen Guide!“ – „Brauchen wir nicht!“, unser Kommentar. Der Anfang ist auch nicht einfach zu finden, viele Spuren führen aus der Stadt in wirren Kurven Richtung Tschadsee. Wir fragen immer wieder Nomaden, bis wir uns auf der richtigen Spur befinden. Ab jetzt ist nur mehr Sand, viel Sand. Umfahren viele Stellen mit Tiefsand und kämpfen immer wieder gegen das drohende Einsanden. Zum Glück sind diese Stellen maximal ein bis zwei Kilometer lang und dahinter trägt der Sand wieder normal. Einmal wird uns eine dieser passagen jedoch zum Verhängnis. Das einzige Auto des Tages kommt just in diesem Moment vorbei. Der Fahrer schiebt uns seine Sandbleche unter und meint: „Bleibt den nächsten Kilometer keinesfalls stehen, danach folgt meinen Spuren!“ Zehn Leute schieben uns an und wir schaffen es aus der gemeinen Versandungszone auf sicheren Grund. Glück gehabt, ohne Hilfe wären wir immer wieder versandet. Jetzt wissen wir weshalb 6 Sandbleche doch keine so schlechte Idee gewesen wären. Dann legt man einfach immer wieder ein Blech vor das andere und baut sich so seine Straße aus den gefährlichen Zonen. Später werden wir noch draufkommen, dass eigentlich 6,5 Bleche ideal sind. Das Halbe für den Jack All Wagenheber, der bei Ton trotz Unterlagebalken einfach versinkt...

Auf sicherem Grund trifft der Toyota-Pickup mit den hilfreichen Anschiebern wieder auf uns. „Bis zur Grenze ist die Spur ziemlich ok. Erst vor der Grenze sind einige Kilometer extrem tiefer Tiefsand!“, erklärt uns noch der Fahrer.

Der Orkan

Plötzlich beginnt sich in Fahrtrichtung aus heiterem Himmel ein Unwetter zusammen zu brauen. Keine zehn Minuten später tröpfelt es, wir fahren einmal weiter. „Wie hoch sind wir?“, Rüdiger zu Gisi. „15 Meter höher als die Zeit davor! – „Super, da kommt etwas Gewaltiges auf uns zu!“ Eine Sandwand rast auf Hidalgos Schnauze zu und Rüdiger schafft es gerade noch rechtzeitig die Heckseite in den Wind zu drehen, als auch schon heftigste Regengüsse einsetzen. Wir sehen zum Fenster hinaus und meinen mit 120 km/h dahinzusausen. Dabei stehen wir und die Schauer werden von Orkan an uns vorbei gepeitscht. Hidalgo beginnt sich in Bewegung zu setzen – Rüdiger steigt voll in die Bremsen... Der Lärm ist einfach unglaublich. Wir wackeln, dabei bewegt sich Hidalgo mit seiner Überladung selbst bei stärkstem Seitenwind keinen Millimeter. Gut dass wir noch zusätzlich 160 Liter Wasser und vier volle Kanister dabei haben. Das Spektakel hat jedoch etwas für sich, wir kommen uns vor wie im Film und genießen die Naturgewalten. Die Wassermassen sind richtig gut zu sehen - im Film wird also nicht nur übertrieben. Nach rund zwei Stunden ist alles vorbei, Hidalgo blitzblank und die Sonne erscheint am Horizont.

 







Kommentare

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