Do 8.9.2005

CONGOFAHRT TAG 12:

Plantain, Krokodil, Boa und Fisch

Schwerster Dorothy macht nach dem Frühstück Plantain. Diesmal werden grüne Kochbananen in feine Scheiben geschnitten und in Baumwollöl von Dorothy fritiert. Mit Salz schmeckt es köstlich als Knabberei. Jeanne unsere Mumy bringt uns vom gestern für Jean-Pierre zubereiteten Waldkrokodil ein in paar Bissen zu kosten. Schmeckt stark nach Massaka, den Palmnüssen, die sie zu einem öligen Brei im Mörser zerstampft hat - gar nicht der so typische Krokodilgeschmack. Dorothy bringt später noch ein wenig Fisch. Wir spendieren eine soeben von einer Piroge erstandene Ananas. „Elise hast du schnell 200 CFA“ – „Klar!“ und acht Avocados gehört uns. Am Abend werden wir den Rest der Boa zubereiten, diesmal teilweise nach Jeannes Rezept. Minjau, die Schiffskatze bekommt ein paar Reste ab und weicht uns nicht mehr von der Seite.

Kindstötung aus Geisterangst

Dorothy erzählt uns von Praktiken in Benin, gegen die sie mit ihren Mitschwestern und dem Bischof ankämpft: „Babys die nicht mit dem Kopf voran zur Welt kommen werden sofort nach der Geburt getötet, da sie Geister seinen. Wenn also die Beine zuerst kommen hat das arme Menschenkind kein Mitleid zu erwarten. Ebenso werden Zwillinge sofort ermordet. Zwillinge wurden sogar in Kamerun bis vor wenigen Jahren meist getötet. Schrecklich!“

Beschneidung – angebliche Ausrottung laut deutscher NGO

„Wie sieht es mit der Beschneidung in Benin aus“, fragen wir nach. „Die Männer meinen damit die Frauen gefühllos für den Geschlechtsakt zu machen. Damit kommt sie ihnen nicht so einfach abhanden. Eine deutsche NGO, den Namen maile ich euch noch, hat vor einiger Zeit groß die Ausrottung der Beschneidung bei uns in Benin gefeiert. Ein ausgemachter Blödsinn! Unser Bischof ist Sturm gegen diese falsche Behauptung gelaufen - Beschneidung ist nach wie vor ein fester Bestandteil im Leben der Menschen in Benin.“ – „Was ist passiert?“, haken wir nach. – „Die NGO benutzt meist afrikanische Mitarbeiter, die in die Dörfer gehen, meist von der Administration. Die bekommen Geld dafür und melden dann nur allzu gerne die Ausrottung der Beschneidung in ihrem Distrikt. Bei den Feierlichkeiten waren hohe Politiker zu gegen, die alle genau wußten, daß sie Lügen verbreiten. Die Deutschen Mitarbeiter der NGO klopften sich selbst auf die Schultern und ließen sich in den deutschen Medien wohl als Helden feiern. Eine Schande! Es müssten ein paar mehr Leute so wie ihr mit uns reisen, essen, einfach mit uns einige Zeit leben – dann käme solcher Blödsinn nicht zustande!“

Jeanne dazu: „Wie viele Weiße essen schon Maniok, Fou Fou (Anm.: Manioknockerl), Schlange, Krokodil, Safu, Bakeba (Anm.: eine astringierende fleischige Frucht) mit uns. Ihr seid die ersten Weißen die auf der Dauphin mitreisen!“

Schlange à Jeanne und Rüdiger

Wir haben ja noch immer von unserem Wechelgeld, der Boa die wir heute zubereiten müssen:

Die Schlage gut eineinhalb Stunden in Wasser mit Salz, Chili und einer halben Zitrone auf kleiner Flamme kochen. Die Mussakanüsse werden ebenfalls in Wasser gut 50 Minuten geköchelt und dann im Mörser gestampft. Die Kerne werden samt den groben Fasern ausgepreßt und entsorgt. Der Rest wird durch ein Sieb in einen Topf mit Jungzwiebeln, Tomaten, Melanzani, Chilli, Salz und die andere Hälfte der Zitrone geleert. Jetzt noch Süßkartoffeln schälen und kochen. Zu guter Letzt wird die mürbe Schlage noch kurz scharf in Palmöl angebraten. Boa, Gemüse in Massaka und die Süßkartoffeln mit einem Gläschen Palmwein kredenzen – köstlich! Der Unterschied zum afrikanischen Rezept besteht darin, dass Jeanne die Schlange in der Mussakasauce köchelt. Die Schlange separat mit einigen wenigen Ingredienzien, die das Aroma fördern, zuzubereiten ist das Geheimnis des neuen Schlangenrezepts.

Die Sandbank

Der Congo ist jetzt 40 Kilometer breit und mit Sandbänken durchsetzt. Die Kupplungsscheibe des anderen Motors ist nun defekt und somit kann die Dauphin nicht gegen die starke Strömung an, die uns unentwegt auf die gefährlichen Untiefen zuschiebt. RATSCH – Wir sitzen auf einer Sandbank fest. „Das Problem können wir erst morgen lösen!“, erklärt uns Henri kurz vor einem Regenguß.

Die Visa sind seit heute abgelaufen! Das wird ein Spaß in Brazza oder pfeifen wir auf's verlängern?!?

 









Kommentare

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