Fr 14.10.2005 – Sa 15.10.2005

Angola: Durch die Slums zur Mission in Luanda befindet sich weiter unten!

Schreidemon

Bevor wir los starten besuchen wir noch einmal unseren Abfüller Adélio. Er lädt uns ein jederzeit ein paar Wochen bei ihm in seinem Haus am Strand zu verbringen! Er schenkt uns noch ein paar tolle Masken – zwei sind eine Replik einer einmaligen hunderte Jahre alten Maske – ein Schreidemon - die er im Kongo-Zaïre gefunden hat. Sieht aus wie ein gruseliger E.T. Zwei Kreuzketten aus Blutstein der Gegend sollen und noch vor dem Diábolo, dem Teufel beschützen und ein paar Langusten samt Papayas gibt Adéilo uns als auch noch als Wegzehrung mit – Danke!

Minen beim Nachtplatz

Die Strecke: Großteils zu Piste erodierter Asphalt. Asphaltsraße ist in Afrika geradezu eine Drohung! Biegen eine Verbindungspiste zur Küste ein – Nachplatzsuche im Busch! Zum ersten Mal seit dem Tschad. Fahren einen selten benutzen Weg in den Reifenspuren rückwärts rein. Haben einen tollen Nachtplatz im Reserva de Ambriz mit Fünfmeter-Kakteenmonstern gefunden. Autsch! Der Krater zehn Meter neben uns sieht aber gar nicht nett aus. Panzermine oder Mörsergranate? Wir wollen es nicht herausfinden. Nur in den Spurrillen auf ein paar Quadratmeter herumlaufen ist das Gebot der Stunde - Tisch und Küche vor Hidalgo platzieren.

Zehn Millionen Minen (!) liegen noch immer in Angola vergraben und warten auf ihre Opfer. Die sogenannte erste Welt verdient prächtig am Verkauf dieser perfiden, meist gegen Zivilisten gerichteten Sprengkörper. Es gibt welche, die springen auf Kniehöhe hoch und fetzen die Beine weg, andere zerfetzen Menschen total, ... Kurz: Alle perversen Methoden der Verstümmelung, die sich Waffentechniker ausdenken können werden in der Minenproduktion umgesetzt! Eine reife Leistung dieser kranken Hirne! Die meisten Minen werden noch um die 30-40 Jahre funktionstüchtig sein und ›moderne‹ Plastiksprengstoffminen sind nicht zu orten.

 

Straßen mit 7 Tageseinnahmen sanieren

50 Kilometer vor Luanda, der Hauptstadt von Angola wird die Strecke natürlich besser. Ein Lehrer erzählte uns in einem der Dörfer: „Japanische Unternehmensberater haben ausgerechnet, dass man das gesamte Straßennetz in Angola mit den Gewinnen aus sieben Tagen Erdölproduktion sanieren könnte. Doch die Dollar fließen wie üblich in die Taschen von Funktionären der Regierung.“ Die Leute erklären uns zwischen den Zeilen, das sie die Regierung deshalb nicht mögen und aus diesem Grund die Rebellen unterstützt haben. Es wurde eigentlich mit Dr. Savimbi, dem Rebellenführer der falsche Mann getötet. So die Meinung von vielen, da man glaubt dass er nicht in die eigene Tasche gewirtschaftet hätte. Wie auch immer. Auf jeden Fall ist der Straßenzustand für ein reiches Land wie Angola – der Reichtum ist nur unfair verteilt - eine Schande. Man hat ja schon gut drei Jahre lang Frieden und hätte zumindest die Hauptverbindungstraßen auf Vordermann bringen können, anstatt sich alles in die eigene Tasche zu stecken.

 

Durch die Slums zur Mission

Die Mission der Missionarios do verbo Divino, Missionare der göttlichen Worte ist trotz Koordinaten nicht leicht zu finden. Wir schlagen uns durch Slums mit zum Himmel stinkenden Müllbergen durch – überall brennen Abfallberge. Autsch! Solch einen Moloch haben wir in ganz Afrika noch nicht gesehen. Eine tiefe Lacke versperrt uns den weiteren Weg, wir müssen umfahren. Wir kämpfen uns durch Wellblech-Holz-Pappe-Plastik-Siedlungen mit Müll-Schlagloch-Stopf-Lehm-Wegen durch. „Das ist ja kaum zu glauben!“, Rüdiger immer wieder entsetzt-fasziniert und Gisi gruselig-staunend: „Das stellt alles bisherige in den Schatten – und wir sind ja schon einiges gewöhnt. Stell dir mal vor, da kommt jemand direkt aus Europa hierher. Da haut es einen ja glatt vom Hocker!“ Die Koordinaten der Mission liegen 400 Meter daneben und so fragen wir uns durch die Slums, bis wir wieder auf einer Asphaltstraße landen.

Missionarios do verbo Divino

„Da ein Kreuz!“, Rüdiger freudig. Wir sind da. Der hiesige Leiter der Mission, Zeferino Zela, heißt uns willkommen. Mit Bruder John Alting aus Australien kommen wir gleich ins Plaudern. Er war lange in Papua Neuguinea und ist seit wenigen Monaten in Angola. In Portugal lernte er zuvor die Grundkenntnisse des Portugisischen. Bruder Markus aus Düsseldorf ist der Chefmechaniker des Ordens in Luanda – er war sogar eine Zeitlang im Ordenshaus in der Nähe von Mödling bei Wien. Vor Angola baute er eine Ordenswerkstatt in Ghana neu auf. Der Orden ist bekannt dafür bunt gemischt zu sein: Severinus Dau kommt aus Indonesien - es gibt Brüder von den Philippinen, Argentinien, Chile, ... Der Orden der Missionare des göttlichen Wortes ist damit extrem Weltoffen – es gibt ihn in über 80 Ländern - und steht anderen Ideen und Kulturen positiv gegenüber. Auch hier wird ein modernes Christentum praktiziert, dass in Europa so fehlt. Der Orden hat vor einigen Jahren Europa wieder zur Missionszone erklärt. Jede Pfarrei kann an den Orden herantreten und ihn bitten Gottesdienste mitzugestalten – es gibt auch viele Niederlassungen in Österreich.

Wir werden zum Abendessen mit portugisischem Wein eingeladen – hätten wir uns nicht erwartet. Danke! Die Gespräche, wie immer hoch interessant. Ein Leben in diesem Orden klingt für ja gar nicht so schlecht – wenn nur nicht das Keuschheitgelübde wäre.

REISETIPP

Hier findest du unsere 12 Tipps gegen Minen in Angola und anderswo:

www.weltleben.at-Reisetipps-Minen




Kommentare

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