FR 15.7.2005

TAG 16: ENDE DES HARTEN TEILS DER LAC TCHADUMRUNDUNG: 579 KM

Bei den Nomaden

Kids sitzen in weitem Abstand für die übliche Lieblingsbeschäftigung: Starren! Während dem Frühstück ziehen in kurzer Entfernung Nomadenfamilien mit Sack und Pack an uns vorbei. Die gebogenen Zeltstangen am Esel stehen in die Höhe und wirken wie Segel. Abou, einer der Nomaden, kommt bei uns vorbei. Er spricht zwar kaum französisch, doch mit Gestiksprache verstehen wir uns auch so prima. Er lädt uns ein bei seiner Familie am Rastplatz vorbeizuschauen. Da wir sowieso schon sehr neugierig auf die hiesigen Nomaden der Sudangruppe sind, willigen wir sofort ein.

Rauchig schmeckende Milch

Wir nehmen eine Seife als Gastgeschenk mit und bekommen rauchig schmeckende Milch und Tee. Weshalb die Milch so ein unvergleichlich, leicht geräuchertes Aroma hat erfahren wir bald. Die Kürbiskalebassen werden mit glühenden Holzstückchen für einige Minuten desinfiziert und danach kurz mit Wasser ausgeschwemmt. Ein eintägiges Kälbchen liegt neben uns, da es bei den Augen eine Entzündung hat und liebevoll gesund gepflegt wird. Sie wollen es uns schenken, da es doch ein toller Reisebegleiter wäre. „Doch nur solange es ein hundsgroßes Kälbchen ist, danach bekommen wir es wohl kaum mehr in Hidalgo!“, meint Rüdiger. Das leuchtet allen ein und somit ist niemand beleidigt. Adoim, Abous Vater flechtet für die kleinen Kälbchen Maulkörbe, damit sie nicht zu viel Muttermich trinken können, schließlich ist die Milch ein Hauptbestandteil der Ernährung der Nomaden der Sudangruppe. Das Messer von Adoim gefällt uns besonders gut, doch er möchte es auch nicht gegen unseren riesengroßen aus robustem Leinen bestehende Armeeseesack eintauschen. Ein Freund der Familie, Mohamed, findet den 300 Litersack jedoch überaus praktisch, denn er bietet uns von sich aus sein Messer an. Wir sind uns sofort handelseinig. Beide Seiten freuen sich wieder einmal über den guten Handel. Tauschen ist eben befriedigender als kaufen.

Isain - Nomade in zwei Welten

Sehen vor der Weiterfahrt auch noch mal bei Isain vorbei. Er ist gerade in seinen Koran vertieft und spricht ziemlich gut Französisch. Er lebt teilweise in der N’Djamena, zieht jedoch viel lieber auf dem Land gemeinsam mit seinem Vater mit den Tieren – Kamele, Pferde, Esel, Ziegen, Kühe – umher. Wir kommen auch auf den Präsidenten, Idris Deby zu sprechen. „Er hat sich gewandelt und setzt sich jetzt für sein Land ein. Die Sicherheit ist jetzt fast überall im Tschad in Ordnung, zum Glück auch um den Lac Tchad, Tschadsee herum. Die Rebellenbewegung wurde von der multinationalen Truppe zerschlagen. Nur im Süden des Landes muß man derzeit ein wenig aufpassen.“, erklärt uns auch Isain.

Der Präsident

1990 kehrte Idris Deby, ein nordmuslimischer Kriegsherr, einer Ethnie die auch im Sudan lebt, aus seinem selbst gewählten Exil im Sudan mit einer 2000 Mann starken Privatarmee ins Land zurück. Er verjagte Präsident Habré, der in den Senegal flüchtete und dort 2000 unter Hausarrest gestellt wurde. Man wollte ihm wegen diverser Morde während seiner Laufbahn den Prozeß machen, scheitere jedoch am internationalen Recht. Man war leider nicht zuständig wie das Berufungsgericht des Senegal 2001 feststellte. 1996 gewann Idris Deby die ersten demokratischen Präsidentschaftswahlen. Die demokratische Wahl des Parlaments im darauf folgenden Jahr soll ein wenig fairer abgelaufen sein. Niemanden überraschte es besonders, als Idris Deby auch die Wahlen 2001 gewann. Danach dürfte er eine Wandlung durchgemacht haben, die vielleicht , so unsere Mutmaßung von seinen Herzproblemen her rührt. Momentan befindet er sich, wie uns Isain sagte, in Behandlung in einer amerikanischen Klinik in Frankreich. Wie auch immer, er gewann auch die Wahlen vom 6.7.2004, nachdem zuvor in einem Referendum festgestellt wurde dass er auch noch eine weitere Periode Präsident sein kann. Im Mai gabs deshalb auch noch einen Putschversuch aus der eigenen Familie ... Präsident Deby hat seit letzem Jahr im Land gewaltig aufgeräumt und versucht zu vereinen. Die Polizei, Gendarmerie, Militär, Zoll usw. sind, wie wir zumindest festgestellt haben an Korrektheit kaum zu übertreffen, wir hören jedoch auch von anderen Geschichten. Vor einem Jahr waren noch überall Polizei- und Militärposten vor denen man sich in acht nehmen musste. Wandlungen gehen in Afrika eben blitzschnell vonstatten, die Positiven, genauso wie die Negativen. Hoffentlich tut Idris Deby mit dem neuen Ölreichtum auch etwas für die Bevölkerung im Land.

Bis kurz vor Massaguet hängen wir meist schräg neben der Piste doch der Asphalt ist nicht mehr weit. Tatsächlich beginnt beim Ortsbeginn die schwarze Offenbarung und damit haben wir haben den schwierigen Teil der Tschadseeumrundung hinter uns.

Geschafft: Der Lac Tchad ist umrundet

Der Douaneposten in Massaguet gratuliert uns zu unserer Leistung mit einem normalen Bus den Lac Tchad umrundet zu haben. Von N’Guigmi - ab dort zählen wir die Umrundung bis Massaget haben wir 579 Kilometer auf härtesten Pisten, losem Sand, Dünen und zuletzt halbwegs pasablem Laterit mit Zwischenprüfungen ab Bol zurückgelegt.

 







Kommentare

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