Fr. 24.6.2005

Eine typische afrikanische Geschichte – Teil I

Afrika ist anders und für uns Europäer mit unserer Denkweise oft schwer zu verstehen. Diese amüsante Geschichte illustriert dies besonders gut.

Wir haben erst gestern Abend das Kleingedruckte zum Franc CFA gelesen. Nicht weniger als 15 afrikanische Staaten haben diese Währung. Von B, wie Benin bis Z, wie Zentralafrikanische Republik.

Angeblich soll es jedoch zwei unterschiedliche CFA geben, da sich in den letzen Jahren jedoch so viel geändert hat, wollen wir dem nachgehen.

Auf Stichwort besucht und Mr. American Dollar, seines Zeichens Geldwechsler. Er möchte Euro oder Dollar gegen CFA eintauschen. Wollen wir nicht, sondern wir fragen ihn bezüglich der CFA im Tschad aus. „Ist schon notwendig, die tauscht man 1:1 um. Ich bringe euch morgen das Geld!“ Wir schmunzeln über seinen vorgeblichen Issoufou American Dollar Namen, finden jedoch dass er vertrauenswürdig ist.

Wir haben natürlich keine Ahnung wie diese ominösen CFA der Bank von Zentralafrika aussehen sollen und machen uns auf den Weg zur BIA,</i< der <i>Banque International Afrique, um uns mal genauer zu informieren. Die Schalterbeamtin erklärt uns bestimmt: „Es gibt keinen Unterschied zwischen dem CFA der westafrikanischen und dem der zentralafrikanischen Länder! Man kann mit den gleichen Scheinen zahlen.“ – „Sind sie da ganz sicher?“, fragt Gisi lieber noch mal nach. „Ganz sicher!“, es hat früher mal einen Unterschied gegeben.

Die gleiche Info bekommen wir von der Sona Bank, wo wir auch noch mal nach fragen

„Toll!“, denken wir uns.

Wollen jedoch auf Nummer sicher gehen und fragen noch die französische Frau Honorarkonsul, hier in Zinder. „Da ist auf jeden Fall ein Unterschied, ich war vor zwei Jahren in der RCA (Anmerk.: ZAR).“ Wir geben zu bedenken, dass wir die Infos von zwei Banken haben. Was die nette Dame auch ein wenig verunsichert, denn die hätte sie für uns nun angerufen. Somit steht es 2:1 – was ist nun richtig?

„Wir haben doch vorhin gleich in der Nähe eine evangelische Mission gesehen, die sind doch immer auf dem neuesten Stand!“, meint Rüdiger. Der Priester meint, dass er ganz sicher sei, dass man im Tschad den gleichen CFA, wie hier im Niger benutzt. Er und ein Kollege sind sich da ganz sicher. „Jawohl, 3:1! Das ist gut“, meint Gisi beruhigt.

Am Weg zum Markt treffen wir vor dem Restaurant, in dem wir heute zu Mittag gegessen haben einen geschäftigen älteren Franzosen, den wir sicherheitshalber lieber auch noch mal befragen. „Mit dem CFA von Westafrika könnt ihr im Tschad keinesfalls bezahlen. Die Banken tauschen die Währungen auch nicht. Ich wechsle immer in Dollar oder Euro und dann in den zentralafrikanischen Länderen wieder den CFA dieser Länder!“, meint der ältere Geschäftsmann. „Sind die Informationen aktuell? Uns haben die Banken was anderes erzählt.“, wendet Rüdiger noch ein. – „Ganz sicher, ich habe laufend drüben zu tun, das ist nun mal so. In N’Djamena (Anmerk.: Hauptstadt des Tschad) wechseln die Banken den CFA keinesfalls um.“ Da wir nun also nur auf dem Schwarzmarkt wechseln können, erklärt er uns wie die Noten aussehen. Er meint, dass wir am nächsten Morgen mit dem Wechsler vorbeikommen können, damit er sich die Banknoten ansehen kann. Autsch! Das hat gesessen, wir müssen also doch wechseln.

Auf dem Weg zum Campingplatz schauen wir noch bei einer Versicherung rein, um uns über die Versicherung im Tschad zu erkundigen. Die Versicherung bekommen wir an der Grenze, erklärt uns Mr. X, nennen wir ihn mal so, freundlich. Schnell kommen wir ins Plaudern. Der CFA im Tschad sei wirklich ein anderer, bestätigt er uns. Wir sollten ihn sicherheitshalber an der Grenze und nicht hier in der Stadt wechseln, da hier viele Blüten im Umlauf seien. Die Banken in der Hauptstadt des Tschad würden die CFA sehr wohl wechseln, meinte er aus eigener Erfahrung und dies währe doch am sichersten. Wir hoffen das diese Info, im Urwald der angeblichen Informationen, stimmt.

Ah ja, der Stand ist nun 3:3 – Gleichstand! Wechseln müssen wir, doch das wie und wo wollen wir noch überschlafen. Alles in Allem ein amüsanter Tag.

 

 

Das afrikanische System

Wir haben mit Mr. X, seinen wahren Namen wollen wir hier nicht nennen, noch länger geplaudert und kamen auch auf die Politik im Lande zu sprechen. Uns interessierte vor Allem die Ölförderung und der Uranabbau. „Das ist ein einfaches System. Das Land erhält 15%, weitere 15% diverse Leute aus der Regierung und die restlichen 70% die meist französischen Firmen. Seit Kurzem sind auch amerikanische darunter. Wer nicht mitmacht, der wird unter Druck gesetzt und wenn er dann nicht mitmacht ... Dabei sollten diese Leute für ihr Land arbeiten .“ Dem können wir nur beipflichten. Mr. X weiter: „Der Präsident und die Minister werden zu teuren Staatsbesuchen von Jaques Chirac und Co eingeladen, logieren in den vornehmsten Hotels... So halten sich die Franzosen die Leute bei der Stange und ihre Firmen können weiterhin unser Land ausbeuten. Unsere Leute sehen davon fast nichts, das ist eine Schande.“ Dies ist leider auch eine afrikanische Geschichte und dürfte sich in ähnlicher Form, wie wir inzwischen mitbekommen haben, in vielen Staaten Afrikas abspielen. Das teuflische daran ist, es ist zu viel Geld im Spiel und die meisten Menschen haben ihren Preis. Überraschend ist, dass Mr. X auch sehr gut über Europa und auch Österreich bescheid weiß. „Eure Außenpolitik ist momentan fast nicht vorhanden!“, meint er. Wir können dem nur beipflichten: „Eine so extrem aktive Außenpolitik, wie zu Kreiskys und Lancs Zeiten gab es nur bis gegen Ende der Achtziger Jahre. Doch war damals auch unsere Lage, eingebettet in den Ostblock von ausschlaggebender Bedeutung...“ – Leider wird es bald dunkel. Mit den Motorradtaxis wollen wir keinesfalls im Finstern fahren – ist schon so Nervenkitzel genug.

 

 





Kommentare

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