Fr 9.9.2005

CONGOFAHRT TAG 13:

Sitzen auf der Sandbank fest

Die Dauphin schiebt mal hier, dann zieht sie mit aller Kraft an den sowieso schon malträtierten Stahlseilen von hinten. Seit Stunden kommen wir nicht frei. Irgendwann separiert man endlich die beiden Ponton und bekommt zumindest den großen mit uns frei. Dabei machen wir uns Sorgen, dass bei der Überbelastung die angeschlagenen Stahlseile reißen und dann alles in der näheren Umgebung, inklusive uns, zerfetzen. Wir bleiben ruhig beim Frühstück mit Tee sitzen, können sowieso schlecht ausweichen ohne in der prallen Sonne sitzen zu müssen. Wir entfernen und quälend langsam vom kleinen Ponton und drohen immer wieder erneut aufzulaufen bis Henri eine halbwegs sichere Parkposition am linken Ufer bei der RDC, also auf Congo-Zaïre-Seite, findet.

Wir warten bereits seit drei Stunden – der kleinere Ponton ist noch immer nicht frei. Auf der Dauphin gibt es stets etwas Neues!, kommt Rüdiger das Zitat von von Plinius dem Älteren: „In Afrika gibt es stets etwas Neues“, abgewandelt in den Sinn!

Ein paar Kids fahren immer wieder mit ihrer Piroge an uns vorbei. Irgendwann schenken sie uns eine Papaya. Toll! Die haben wir schon lange nicht mehr gehabt, da sie weiter oben am Fluß als Unkraut angesehen werden. Wir revanchieren uns mit Bananen.

Steuerkette der Dauphin gerissen

Inzwischen ist die Dauphin zurück. Nächste Hiobsbotschaft: Die Steuerkette ist auch noch gerissen. Wird ja immer abenteuerlicher, demnächst sinken wir wohl? Am späten Nachmittag ist der Seelenverkäufer wieder flott und macht sich Richtung kleineren Ponton auf um ihn frei zu bekommen. Die Dauphin kehrt bis zum Abend nicht mehr zurück. Der am Abend aufkommende Wind treibt uns immer tiefer ins Schilf – wir parken ja Congoüblich leicht auf Grund gesetzt.

Brandrodung

Beim Dorf in der Nähe lodern bei Nacht die Flammen – Brandrodung! Seit zwei Tagen sind die Villages, die Dörfer nicht mehr so natürlich in den Urwald eingefügt. Viele der hiesigen Villages haben riesige Flächen Urwald für ihre Felder verwüstet. Es tut einem in der Seele weh den Congourwald, die zweitgrösste Lunge unserer Gaia nach dem Amazonasd, in Flammen zu sehen.

Diebe an Bord

„Rüdihh schau, die haben die meisten Stauden Bananen weggefressen! Auch einen Korb mit Orangen!“, Jean-Pierre fuchsteufelswild. Vor lauter Zorn wirft er den Korb mit den restlichen Orangen über Bord. Ein Fischer auf einer Piroge bringt sie dank Dorothy postwendend retour.

 








Kommentare

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