Mi 21.9.2005 – So 25.9.2005

Der martialische UN-Friedensmarsch

Heute ist der Tag des Friedens – ist ja auch bitte notwendig. Vor der UN sind zwei schwere Radpanzer mit großem MG – die Rohe auf die Straße gerichtet. Angenehmes Gefühl!

Doch so richtig absurd wirkt erst der UN-Friedensmarsch auf uns. Vorne ein LKW mit rund 20 schwer bewaffneten grimmigen UN-Soldaten, dahinter marschierend eine Musikkapelle mit einem Mannschaftswagen. Gefolgt wieder von ein LKW mit martialischen UN-Soldaten. Eine gelungene Inszenierung des Friedens ;-)

Der österreichische Honorarkonsul

Da wir den Überfall der Police Nationale im Kongo Brazzaville nicht auf sich beruhen lassen wollen, fahren wir zur deutschen Botschaft. Die ist jedoch, da es einen österreichischen Honorarkonsul gibt, nicht für uns zuständig. Botschafter Wagner meint zu uns: „Ihr habt Glück im Unglück in einer Stunde kommt Herr Konsul Valentin bei mir vorbei, um etwas zu besprechen. Er kümmert sich danach um euren Fall!“

Zuerst ist der Herr Konsul ein wenig wirsch und meint, wir sollen uns einen Anwalt nehmen und die Police Nationale im Kongo-Brazza verklagen. Er sei nicht zuständig. „Wie bitte? Dann sollen wir wohl den Fall auf sich beruhen lassen? Wir wollen zu solchen Menschenrechtsverletzungen jedoch nicht schweigen! Wir haben alles genau dokumentiert, samt Fotos und GPS-daten beim Vorfallsort! Wir möchten nur, dass sie den Fall an das Außenministerium weiter leiten.“ - „Ich sende den Bericht mit Diplomatenpost nach Nairobi, der Amtsweg muß schließlich eingehalten werden. Die werden es dann weiterleiten!“ – „Danke! Mehr wollen wir auch nicht.“ Herr Colonel Konsul Hans-Joachim Wagner lebt schon seit über 30 Jahren in Afrika und hat während dem kalten Krieg so manche heiße Mission miterlebt. In Angola hätte er damals nicht rein dürfen: „Die hätten mich sofort verhaftet!“ In Saudi Arabien gab’s eine heikle Mission bei einem Scheich: „Die haben mir zu Ehren einen Hammel geschlachtet. Am Ende kam ein Diener mit einem Teller samt Silberglocke herein. Die Glocke wurde gelüftet - Schafsaugen! Ich habe sie schnell geschluckt. Damit war das Eis gebrochen und der Rest der Mission eine Kleinigkeit.“

 

Dieter aus Köln

„Ihr seid aus Wuppertal!“, meint jemand zu uns. „Nein, das W steht für Wien!“ So lernen wir Dieter, einen 61 Jahre jungen Lehrer aus Köln für schwererziehbare Jugendliche, kennen. Er reist mit afrikanischen Verkehrsmitteln uns startete in Dakar – Senegal. Reife Leistung!

Vor fünf Jahren reiste er mit dem Rad von Pretoria, der Hauptstadt von Südafrika nach Simbabwe und im Kono mit dem Zug bis Kisangani – Respekt!

Wir haben uns viel zu erzählen und tauschen eifrigst Informationen und Geschichten aus.

 

Dieter will weiter in den Osten. „Bei Uganda und Ruanda sind leider die Grenzen dicht! Vielleicht kommt als Rucksackreisender ja durch“, meint Rüdiger. „Hmm! Da will ich aber genau hin! Mit dem Schiff nach Kisangani und dann weiter mit dem Buschtaxi!“ – „Das kann dauern!“, meinen wir aus leidvoller Erfahrung.

 

Dieter ist enttäuscht, da das Schiff den Congo hinauf nach Kisangani erst in ein paar Monaten fährt. Plan B ist ein Flug nach Kisangani und sich irgendwie nach Tansania durchzumogeln, denn die Grenzen zu Burundi sind leider, so die letzte Information, auch dicht.

 

Dieter wird am Flughafen, da der Abflug kurz bevor steht Opfer der Korruption. Er ist sonst Zahlungsverweigerer wie wir. Am Flughafen will ein Beamter unbedingt US$ 150.- von ihm, da Kishangani ja Mining-Area, also Schürfgebiet sei. Ein Papier oder sonst etwas bekommt Dieter für seine teuren Dollar natürlich nicht ausgehändigt.

 

Père Alfons

ist von seinen 71 Jahren über 42 im Kongo als Brückenbauer tätig. 15 Bogenbrücken hat er nach alter Bauweise im Südwesten des Landes gebaut. Die größte hat eine Spannweite von 45 Metern und stand innerhalb von 5 Jahren mit Hilfe der Menschen aus dem nahen Dorf. Großartig! Der Kongo ist Pater Alfons Heimat, denn zu Hause in Belgien fühlt er sich inzwischen als Fremder.

 

Hidalgo reparieren

Wir können unseren Reisegefährten bei der Ordenswerkstatt wieder auf Vordermann bringen lassen. Der Chefmechaniker meint, dass unser Auto prinzipiell wieder in Ordnung ist. Seit der Flußfahrt funktioniert Hidalgo wieder einwandfrei, wahrscheinlich war es doch die Ölbelüftung, wie Seppi Kahlhofer von unserer Werkstatt in Paternion meinte. Glück gehabt! Wir lassen das Öl und den Dieselfilter tauschen und angeblich soll jetzt wieder alles in Ordnung sein. Sind schon neugierig auf die ersten 100 Kilometer. Die wundersame Selbstreparatur von Hidalgo! Ernst meint der Chef der Werkstatt: „Kolbenringe tauschen dauert einen ganzen Monat! Habt ihr soviel Zeit?“ – „Ach nein! Arbeitet ihr dann jeden Tag nur eine halbe Stunde?“, ätzt Rüdiger, „In der Zeit kann ich den Motor wohl auch selbst mit der Versuchs- und Irrtummethode zerlegen und zusammenbauen.“

 









Kommentare

Anzeige: 41 - 45 von 156.
 

viagra online without pre viagra online without prescription aus dRZnIim2qdCH

Samstag, 18-04-15 11:42

The honesty of your posting is there for all to see

 

payday loans payday loans aus aReAlxGr

Dienstag, 31-03-15 21:05

oijtdsge payday loans jgAiaZ payday loans 8]]] payday loans 1278 payday loans tSBJb payday loans ekKkUG payday loans >:-OOO payday loans xJEwF

 

buy brand Cialis online buy brand Cialis online aus ZCmjBk2h3

Donnerstag, 26-03-15 16:55

These pieces really set a standard in the industry.

 

were hess aus oslo

Freitag, 06-03-15 22:38

Stosowano ją od 1991 r.

 

levitra levitra aus QXcwWRPuwtu

Donnerstag, 05-03-15 09:08

I will be putting this dazzling insight to good use in no time.

 
 

Kommentar abgeben

Ins Gästebuch eintragen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz