Mi 24.8.2005 - Fr 26.8.2005

Besuch am Rinderhafen

Mit Kapitän Henri haben wir das letze mal vor einer Woche persönlich gesprochen und am Montag eine kurze Email bekommen. Wir beschließen zum Sogalhafen zu fahren. Fünf Kilometer entfernt, wo die Rinder verladen werden. Also rein ins Taxi und durch das Quartier – jedoch dort ist keine Dauphin. „Die Rinder werden in Bimbo in der Nähe des Ölhafens verladen!“ – Aha, dass kann er uns nicht früher sagen.

Das Quartier dort ist noch viel interessanter, am Weg treffen wir zwei von der Besatzung, die meinen, dass wir morgen schon abfahren werden.

Am Hafen – viele Rinder – die Verladestation und der Ponton – eine der schwimmenden Plattformen, den die Dauphin schiebt. Ein sichtlich genervter Kapitän Henri begrüßt uns: „Die Viecher waren gestern bereits verladen und haben die Reeling niedergedrückt und ein unfreiwilliges Bad genommen.“ – „Dann fahren wir morgen wohl nicht ab?“ – „Freitag oder Samstag, vorher geht es sich nicht aus.“

 

Warten auf Godot -

Wir warten schon zwölf Tage auf die Abfahrt – auch eine Art Bangui näher kennen zu lernen.

Wir bezahlen gerade das Taxi – ein schneller Griff in Rüdigers Hosentasche! Rüdiger erwischt den Taschendieb gerade, als die Geldbörse schon in der Hand hat und haut ihm ordentlich auf die Finger. Der Dieb rennt – Rüdiger hinterher, laut Vouleur, Police!, schreiend! Es geht rein in den Markt und im Zickzack durch die schmalen Gässchen. Nach 400 Metern hat er ihn fast eingeholt – der Dieb wird von einigen Menschen gestellt. Sofort ist auch Polizei, wie aus dem Nichts zur Stelle und führt den Taschendieb ab. Rüdiger erklärt noch, dass es nur versuchter Diebstahl war. Die Militärs gehen in diesem Land nicht zimperlich mit solchen Burschen um. Er wird auf die Ladefläche des Pickups gestoßen, niedergedrückt und einer tritt ihm leicht ins Gesicht. Rund 300 Leute sind aus dem Marktgebiet auf die Straße geströmt – bei der Abfahrt des Pickups johlt die Menge laut auf. Jahrmarktsstimmung.

In unserem Stammlokal, dem Phenicia, erholt sich Rüdiger vom Adrenalinflash und das Hirn schaltet vom Urprogramm auf den Normalmodus um. Sofort kommen Zweifel auf. Bekommt der Taschendieb nicht eine unverhältnismäßig hohe Strafe für seine Taten? Die Gedanken spinnen so weiter bis in die Nacht hinein. Wenn man die Zustände hiesiger Gefängnisse und die Methoden der Polizei kennt, kommen diese zwangsläufig. Gefangene stehen, wenn sie Glück haben mit rund 30 anderen in der Unterwäsche, ansonsten nackt in einem Loch und alle haben nur einen Kübel für die Notdurft. Mist! Nachdem Rüdiger wieder seine Sinne beisammen hat, würde er den Dieb das nächste mal lieber laufen lassen.

 

Stadtgespräch

Die Bevölkerung sieht dies anders, die Verhaftung ist Stadtgespräch. Alle kennen nun den Weißen, der am Hafen logiert und der den Taschendieb zur Strecke gebracht hat. Die Kinder und auch Erwachsene rufen anerkennend: „Police!“, als Rüdiger am Morgen die Brötchen und Avocados einkauft. Die Verkäuferin am Markt gibt ihm einen besonderen Preisnachlaß, da wieder ein Taschendieb weniger auf der Straße ist und sie natürlich genau erfahren will, wie die Verfolgungsjagd von statten ging.

Es dauert rund 2-3 Jahre bis ein Taschendieb das erste Mal erwischt wird erklärt man uns. Wie mit Dieben verfahren wird können wir auch in Erfahrung bringen. Normalerweise werden sie zwei Wochen lang festgehalten und in der Zwischenzeit immer wieder geschlagen. Wenn sie zum 2. oder 3. mal erwischt werden: „Strick oder eine Kugel.“, erklärt uns unsere vertrauenswürdige Quelle. Vor rund drei Wochen, als Pastor Helmut in Bangui war, wurde ein Dieb mit zwei Magazinen, rund 30 Schuß getötet... Einschüchterungstaktik, wie uns ein Polizist am Hafen erklärt.

Es wird überhaupt viel mit Einschüchterung gearbeitet. Wir sitzen am Abend gerade im Restaurant Phenicia mit einer illustren Runde, Dr. Atef Almahdy aus Ägypten, Mohamed Mahmoud aus Mauretanien, einer Araberin aus dem Tschad, Hani, der jahrelang in Saudiarabien gearbeitet hat und aus dem Libanon stammt und seinem Bruder, dem das Restaurant gehört. Ein Jeep mit Militärs aus dem Tschad hat doch tatsächlich ein schweres MG montiert - mit einem grimmigen Typen der das entsicherte Monster auf Menschen am Straßenrand gerichtet hält. So etwas findet man nur in Gebieten mit aktutem Ausnahmezustand, hier ist es jedoch normal. „Die machen das hier jeden Abend so, um die Bevölkerung ruhig zu halten!“, meint einer aus der Runde.

Die Nixen

Rüdiger plaudert am Abend mit Tony und seinem Chef. „Es gibt Nixen, die leben hier zuhauf am Fluß!“, Toni ernst. - „In Sagen und Geschichten?“ – „Nein, nein! Die leben hier am Fluß und verführen am Abend die Männer. Am nächsten Morgen können sie sich an nichts erinnern!“ Rüdiger neugierig geworden: „Welche Hautfarbe haben sie?“ – „Sie sind weiß und haben langes helles Haar. Es gibt auch männliche und sehr selten schwarze Nixen. Die sind aber gemein zu uns!“ – „Wie weiß man dann, daß man mit einer Nixe geschlafen hat?“ – „Man hat keine Lust auf seine Frau!“

 





Kommentare

Anzeige: 41 - 45 von 532.
 

Tammie Tammie aus Hazebrouck

Freitag, 14-07-17 11:44

suppressant

 

Hal Hal aus Pleasington

Freitag, 14-07-17 11:15

top 10 male enhancements

 

Brandie Brandie aus Orosei

Freitag, 14-07-17 10:39

male enhancements that really work

 

Reinaldo Reinaldo aus Porto Alegre

Freitag, 14-07-17 10:35

male enhancement pills reviews

 

Emilio Emilio aus Skurup

Freitag, 14-07-17 09:31

erectile dysfunction

 
 

Kommentar abgeben

Ins Gästebuch eintragen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz