Mi 27.7.2005 – Mo 30.7.2005

Einfache Grenze

Die Ausreise aus dem Tschad ist problemlos, ein Grenzpolizist meint lediglich, dass unser Visa ja heute abgelaufen sei – netter Versuch. Wir ignorieren seine Ausführungen und bekommen unseren Ausreisestempel.

Die Einreise in Kamerun verläuft ähnlich unspektakulär - Polizei – Douane, der Zoll mit Passavant Descriptif und wir sind drinnen.

Wir übernachten beim Wasa Nationalpark, den wir uns leider nicht ansehen können. Es tut uns jetzt schon leid so schnell durch Kamerun durchrasen zu müssen. Das Land ist wunderschön mit seinen vom Urwald bewachsenen unverwechselbaren Bergen und es erinnert uns auch ein klein wenig an Österreich.

 

Der Finger Gottes

Heute ist der Asphalt immer schlechter geworden, dafür finden wir eine entzückende Village mit einer unglaublichen Felsformation als Kulisse – ein idealer Nachtplatz. Wir geben eine Stunde lang das Dorf-TV, dann schickt der Chef de Village alle nach Hause.

 

Schwester Pjotra

In N’Goundere kommen wir bei der katholischen Mission unter und unterhalten uns lange mit Schwester Pjotra aus Polen. Am Anfang versuchte sie jedem zu helfen, kam jedoch bald drauf, das sie alleine nicht ganz Afrika retten kann. Besonders Kopf zerbrechen macht ihr die AIDS-Problematik: „Sie sterben wie die Fliegen und sie können sich die Medikamente nicht leisten. Die Krankheit wird von den meisten außerdem vollkommen ignoriert. Sie wollen nicht einmal Kondome verwenden.“ – Die feinen Herren aus Rom sollten mal eine Zeit in Afrika verbringen, vielleicht denken sie dann auch anders über Kondome. Die Antikondompolitik aus Rom hat unzähligen Menschen das Leben gekostet – wahrlich christlich!

 

NGO gegen Korruption

Am Morgen plaudern wir angeregt mit dem Chef einer jungen ONG, NGO gegen Korruption. Er hat in der Mission ein Meeting mit Vertretern von anderen NGOs hat, damit man gemeinsam gegen die überall im Lande grassierende Korruption vorgehen kann. Aufklärung ist am wichtigsten. Leider erklären sie die Problematik so komplex, dass sich die einfache Bevölkerung nicht auskennt. Wir raten zu einfachen, einprägsamen Slogans, die auf mehreren Informationskanälen der Bevölkerung nahegebracht werden.

Ab N’Goundere hier gibt es 240 Kilometer Laterit bis kurz vor der Grenze in die RCA, auf deutsch die ZAR. Zuerst gar nicht mal so schlecht. Bald kommt Wellblech mit tiefen Löchern. Schluß mit Lustig! Bei einer kleinen Village kehren wir zu und sind wieder mal das Abendprogramm. Unsere Privatsphäre wird jedoch nicht so arg beschnitten wie in Westafrika.

 








Kommentare

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