Mi 29.6.2005

Die Geldproduzenten

Am nächsten Tag werden wir von Mädchen aus dem Dorf umringt. Wir lassen sie ein Mangomarmeladebrot kosten und sie lassen sich mit Begeisterung fotografieren. Eines hätte zum Schluß gerne „L’argent“, Geld. Wir fragen: „Pourquoi?“, warum – „Vous produire l’argent!“, Ihr produzieren das Geld! Bei so viel Naivität können wir uns das Lachen nicht ganz verkneifen.

Aufbruchsstimmung in N’Guigmi

Die Strecke ist echt mühsam, da wir permanent Luft ablassen müssen, um die unfahrbaren Straßenabschnitte im Sand zu umfahren. Auf löchrigem Asphalt müssen wir dann wieder aufpumpen. Sind schneller in N’Guigmi als gedacht. Zuerst zum Zoll, dann zum ersten Polizeiposten und dann zum Grenzgendarmerieposten beim neuen Rathaus. Dort dürfen wir auch wieder für die Nacht unsere Zelte aufschlagen. Die Stadt kommt uns vor wie eine Westerngrenzstadt in Aufbruchsstimmung.

Den Posten des Bürgermeisters gibt es erst 6 Monate und wir lernen Moussa Arimi im Rathaus kennen. Er lädt uns ein am Abend mit ihm und ein paar Freunden ein Bier trinken zu gehen. Das ist Musik in unseren Ohren! In entspannter Atmosphäre erfahren wir so einige Dinge. Moussa wollte zuerst abdaken, als er erfuhr, wie er im System gefälligst mitzumachen habe: Die 15% – 15% – 70% – Regel. 15% für den Staat, 15% in die eigene Tasche und 70% für die nimmersatten ausländischen Großkonzerne. Doch er stemmte sich dagegen und führte ein für die Gegend einzigartiges Kontrollsystem ein. Eine Gruppe aus diversen NGOs, darunter auch die Weltbank – das ist unserer Meinung nach den Bock zum Gärtner machen – hat Einsicht in sämtliche finanzielle Transaktionen. Beispielsweise ist sind am Anfang 5000 Euro, die für eine Schule gedacht waren in den Taschen eines Gemeindemitglieds gelandet. Jeder in der Gemeinde weiß nun, wer der Schuldige ist. Das Geld hat er freilich nicht zurück gegeben, wir sind schließlich in Afrika. „Veränderung ist eben nur in kleinen Schritten möglich und erst die nächste Generation wird die Früchte ernten können!“, meint Moussa realistisch denkend.

Die Großkonzerne, allen voran Frankreich und USA, nehmen das Land aus. „Dort drüben kommen gerade Konsularangestellte der USA...“ Von welchem Verein die wirklich kommen können wir uns schon selbst denken. Das Öl der Gegend lockt eben. „Das Problem ist, dass die Menschen der Gegend hier nicht die Denkweise von Großkonzernen aus Europa, USA und China nachvollziehen können. Sonst würden sie denen nicht unsere kostbaren Ressourcen für einen Bettel überlassen.“ Rüdiger bringt Namibia ins Spiel. Dort muß der De Beers-Diamantenkonzern redlich 50:50 mit Namibia teilen. Es geht eben auch anders.

Moussa studierte in Niamey und in Nigeria. Sein Englisch ist exzellent und wir genießen es endlich einmal wieder englisch sprechen zu können. Er wirkt auf uns wie ein idealistischer Realist und wenn es mehr von seinem Schlage gibt wird sich das Land bald sehr positiv entwickeln. Moussa ist auch Verfechter des Föderalismus, da nur damit ein so großes Land mit so unterschiedlichen Volksgruppen wie der Niger gut verwaltet werden kann.

Neueste Streckeninformationen

Gegen Ende gesellt sich ein Oberst der nigerischen Armee dazu. Er meint, die Strecke um den Tschadsee sei sicherheitsmäßig kein Problem – die multinationalen Truppen haben den See befriedet-, doch sollten wir den Süden zur Zentralafrikanischen Republik hin meiden – Militär macht die Gegend unsicher. „Dort ist es derzeit hochgefährlich!“ Sein Rat: „Fahrt lieber durch Kamerun, der Norden ist derzeit ziemlich sicher!“ Na Gut, wollten wegen der Regenzeit sowieso nicht unbedingt durch den Süden in die ZAR einreisen. Dürfte wohl wegen der neu erschlossenen Ölfelder so sein, dabei haben die Amis doch sicher ihre beauftragten Privatarmeen hier. Besonders beliebt sind Executive Outcome aus Südafrika - reine Berufssöldner oder auch Sandline International mit Sitz auf den Bahamas und Büros in London und ratet mal... richtig: Washington D.C.

 










Kommentare

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