Mi 5.10.2005 – Do 6.10.2005

Sicherheit

Kinshasa – DRKongo: Wir gehören anscheinend zu den einzigen Weißen, die sich zu Fuss fortbewegen. Dabei ist die Stadt mit der üblichen Vorsicht so halbwegs sicher zu erkunden. Wichtig ist es keinesfalls bei der Polizei in ein Auto einzusteigen, wie uns Andy der Superior von der Procure Ste. Anne eingeschärft hat. Vor einer Woche wurde ein Pater von falschen Polizisten niedergeschlagen und beraubt. Deshalb haben wir kaum Geld und nicht einmal die Pässe dabei. Andy, der Prior der katholischen Verwaltung hat uns seine Telefonnummer mitgegeben.

»Wenn sie eure Pässe wollen verweist sie an mich! Sie haben einen gewaltigen Respekt vor der Kirche. Sie müssen mich anrufen. Geht keinesfalls irgendwohin mit!«

Wir gehen wann immer es geht auf der Straße, möglichst weit weg von den Hauseingängen. Die Locals machen es aus dem selben Grund genauso. Checken hier noch genauer als sonst...

 

Joris & Joris

Heute kommen doch tatsächlich zwei Holländer auf uns zu, die gerade durch Angola gekommen sind und Congo - Ubangui hinauf nach Bangui schiffen wollen. „Wir wollen den Congo und Ubangui rauf! Ist das machbar?“ – „ja, wir sind gerade die andere Richtung heruntergekommen!“ – „Wahnsinn, das ist ein Glück!“ – „Auch für uns, den ihr kommt gerade aus Angola.“ Es gibt Zufälle, die kaum zu glauben sind. Da schifft zuerst seit 10 Jahren kein Europäer die Strecke rauf oder runter und auf einmal treffen wir beinahe am Fluß aufeinander – zugegeben ein paar hundert Meter daneben in der Procure Ste Anne ;-)

Die beiden haben ihr Gefährt, einen Toyota Geländewagen – was sonst – nach Südafrika wegen der Regenzeit verschiffen lassen und tasten sich nun Richtung Norden hoch. Hmm! Wir fahren gerade von der einen Regenzeit in die andere – dabei ist alles halb so wild. Der asiatische Monsun ist da schon von anderem Kaliber!

Die beiden haben eine prima Webpage www.jorisinafrika.nl und bereits sehr viel Reiseerfahrung. Joris, Joe zur besseren Unterscheidung, arbeitet für ein Consultantunternehmen der Weltbank und Joris als Telekommunikationsingenieur. Sechs Monate Sabbatical! Angola hat es in sich – eine richtige Herausforderung à la Lac Tchad. Mit eingestürzten Brücken, die man mit acht Baumstammbrücken und sechs Stunden Zeitverlust umfahren muß oder Minenfeldern, die man unbedingt meiden sollte. Die Menschen des Landes seien total herzlich und entschädigen für die Strapazen der hundsmiserablen Straßen. Sind schon sehr gespannt! Joris & Joris haben in Windhoek nur ein Transitvisa für 5 Tage (!) bekommen und dieses zwei mal mühsam verlängern müssen. Sie kennen einen Deutschen der drei Wochen lang dem Angolavisa in Brazzaville nachgelaufen ist – dann wurde es im total verweigert. Angola sei berühmt dafür. Joris: „Spitze, dass ihr es geschafft habt ein Visa für einen Monat zu bekommen!“ Da haben wir also echt Glück gehabt!

Die Visa kann nur ein absoluter Sadist erfunden haben, der diesen zeitbegrenzenden, teuren Fetisch den hörigen Beamten aller Herren Länder schmackhaft machte.

Mittagesssen bei Nimy und Baby

Die beiden lassen die besten Köstlichkeiten indischer Küche für uns auftischen – lecker und so richtig schön scharf! Die Familie gehört zu den ersten Christen Indiens, zurückgehend auf den Apostel Thomas, der nach Indien gegangen sei. Die ersten europäischen Missionare müssen wohl ganz schön überrascht gewesen sein im Süden des Subkontinents christliche Gemeinden vorzufinden, die noch dazu wesentlich älter als alle europäischen sind. ....

 

Wie zerstöre ich meinen Tankdeckel?

Vor der Abfahrt will Rüdiger nachtanken. Alleine der Schlüssel will nicht passen – ist ja auch der falsche. Rüdiger, Joris & Joris und Andy werken herum. Die Folge: Das Tankdeckelschloß ist defekt. Dann noch den Autoschlüssel im Auto eingesperrt und mit einer Zeltstange die Türe durch einen Fensterspalt aufgemacht. Dann geht’s ab in die Werkstatt. Die brechen den Tankdeckel auf und haben leider keinen passenden Ersatz. Also nach einem passenden Deckel auf den Schrottplätzen fahnden. Fazit: Wir bleiben einen Tag länger. Andy meint, dass wir eben heute nicht abfahren sollten: „Wahrscheinlich hat euch die Tankdeckelgeschichte vor etwas ärgerem bewahrt.“

 








Kommentare

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