Mi 9.3. – Fr 11.3.2005

Sandsturm

Eigentlich wollen wir heute Donnerstag weiterfahren. In der Nacht beginnt jedoch ein ausgewachsener Sandsturm, der die Umgebung wie in Nebel hüllt. Sobald wir die Nase vor die Türe setzen prasseln die Sandkörnchen nur so auf uns ein. Die Augen leiden am meisten. Weiterfahren währe idiotisch und so bleiben wir bis am frühen Nachmittag drinnen. Der Sturm flaut so plötzlich ab wie er begonnen hat – der Himmel noch voller Staub. Wir können wieder schwimmen gehen. Sind ganz fasziniert von der gedämpften Stimmung nach dem Sturm – wie in einem Traum.

Die Kiteboarder

Am Freitag brechen wir nun endgültig unsere Zelte ab. Kommen vor der Abfahrt noch mit den Kiteboardern Pia und Samy aus München und Be – Bernd aus Scheibs in Niederösterreich ins Gespräch. Be ist Kitelehrer, im Winter Schilehrer und erholt sich hier am Plage Trouk, derzeit noch ein Geheimtipp unter den Kitesurfern, bevor es zur Arbeit nach Ägypten geht. Pia und Samy haben sich in den letzen 6 Monaten die nicht gerade günstige Kiteausrüstung zugelegt und sind in 3 Tagen (!) von München nach Dakhla permanent, ohne Nachtruhe durchgefahren – Respekt! Drei Segel müssen es schon sein, damit sie sich den Windverhältnissen anpassen können. Ähnlich wie früher bei Rüdiger, der vor Jahren surfte – eine Materialschlacht. Die beiden wollten zuerst ins Kitecamp auf der gegenüber liegenden Seite, doch die knöpfen einem glatt 60.- Euro pro Tag für die Übernächtigung samt Verpflegung im Beduinenzelt ab – wohl weil der Besitzer dem König Mohamed VI das Kitesurfen beibrachte?. Wenn man die Preise in Marokko und der West-Sahara nur halbwegs kennt, eine absolute Frechheit: Günstig übernachten kann man schon für 4-5 Euro, mit 5 Euro kann man sich für eine ganze Woche mit Gemüse eindecken und ein Brot kostet um die 10 Cent. Das dachten sich Pia, die als Friseuse arbeitet und Samy, der Politikwissenschaft studiert auch und blieben am Gratisstrand – der Wind bläst hier genauso fest wie bei den Vielzahlern. Zuviel zahlende Touristen konnten wir schon in aller Welt beobachten. Die ärgsten Diskrepanzen haben wir in Thailand und Indonesien erlebt. Man übernachtet für 2-4 Euro fast in der gleichen Strandhütte, wie die Amerikaner und Japaner daneben im Nobelkomplex – nur zahlen die um die 150 - 200 Euro pro Nacht und haben für den Preis halt statt dem Ventilator eine Klimaanlage.

Sind noch eine Nacht geblieben, da wir länger für Besorgungen und das Internet in Dakhla brauchen. Das erste Mal haben wir eine etwas langsamerer Verbindung mit Stromausfällen erlebt.

 




Kommentare

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