Mo 1.8.2005 – So 7.8.2005

Behandlungsmethoden aus der russischen Raumfahrtmedizin

Bei Eva und Klaus fühlen wir uns richtig wohl und lernen die beiden gut kennen. Klaus ist an neuen Behandlungsmethoden immer brennend interessiert. Er ist sogar eine Zeitlang in Rußland gewesen, um eine Technologie der russischen Raumfahrtmedizin kennen zu lernen – SKENAR. Das Skenar-Diagnose und Behandlungsgerät ist ungefähr so groß wie eine TV-Fernsteuerung mit einem LCD-Display. Es gibt an den Körper sich permanent adaptierende, nervengleiche Impulse zurück, um Energieblockaden zu beheben. Das gerät wird meist an den Akupunkturpunkten angesetzt und ist vereinfacht gesagt eine wesentlich subtilere Form der Akupunktur und der Akupressurmasage. Die Behandlungserfolge, die Klaus damit erzielte waren enorm, und er hielt auch viele Vorträge vor Arztkollengen zu diesem Thema. Wer näher interessiert ist kann sich unter www.skenar.at schlau machen. Eine weitere interessante russische Entdeckung der Grundlagenforschung ist eine Decke die körpereigene Strahlung, die zwischen 30-300 GHz liegt positiv regulierend reflektiert und vor elektrostatischen und –magnetischen Feldern schützt. Sie wird deshalb auch in der russischen Raumfahrt von den Kosmonauten benutzt. Interessant, die müssen wir doch gleich einmal ausprobieren. Bei Rüdiger reduziert sich gleich zu Beginn der Herzschlag - die Atemfrequenz schnellt dafür extrem in die Höhe. Er fühlt sich wie in einem riesigen Energiefeld und der angeschlagene Darm rebelliert laut glucksend. Erst bei der dritten Anwendung beruhigt sich Rüdigers Darm und die Atmung. „Selten so wohl gefühlt!“, sein Kommentar am nächsten Tag.

Gisi fühlt sich gleich von Anfang an pudelwohl und ihre Verspannungen sind danach wie weggeblasen.

Der Mensch als Ganzes

Klaus ist ein Arzt, der den Menschen als Ganzes sieht. Er bezieht beim Patientengespräch, wir konnten eines im Spittal mitverfolgen auch auf das Umfeld des Patienten, sämtliche Vorerkrankungen, usw., ein. Uns hat Klaus auch untersucht und zum ersten Mal hat ein Arzt unsere ganzen kleinen Wehwehchen im Zusammenhang gesehen. Unglaublich, wie alles in das Puzzle paßt, das Klaus zusammensetzt. Die homöopathische Medizin, die uns Klaus mitgibt sollen wir jedoch erst in einem relaxten Land einnehmen, da die ersten Reaktionen heftig sein können.

Eva, die Heilpraktikerin

Eva liegt auf gleicher Wellenlänge mit Klaus und hat wenige Tage vor ihrer Abfahrt in die RCA in Deutschland ihrer Heilpraktikerausbildung abgeschlossen. Zusätzlich hat sie eine Massageausbildung und dabei Klaus, der am WIFI unterrichtete, kennen gelernt. Eva betreibt fast täglich Yoga mit einer wunderschönen CD vom Dalai Lahma und wird in einem Monat ihr erstes Baby zur Welt bringen. Die beiden sind deshalb bereits ziemlich im Abfahrtsstreß, da sie rechtzeitig über die holprigen Pisten in N’Gaoundere – Kamerun sein müssen. Dort gibt es ein Spital mit westlichem Standard, ganz anderes als die Buschklinik in Baboua, die unter unvorstellbaren Bedingungen am Laufen gehalten wird.

Leistenbruchoperation in der Buschklinik

Rüdiger hat in der Buschklinik für Klaus eine Leistenbruchoperation fotografiert. „Da das Geld für eine ordentliche Narkose fehlt, wir mit lokaler Betäubung operiert. Bei uns“, wie Klaus meint, „ein Ding der Unmöglichkeit! Hier geht es jedoch nicht anders.“ Klaus operiert gemeinsam mit Raimond, der ein Krankenpfleger mit Zusatzausbildung ist. Die Operation hat etwas faszinierendes an sich und ist in keiner Weise abstoßend für uns Neulinge. Die Operateure müssen sich die medizinischen Geräte selbst nehmen, da für die Assistenten Latexhandschuhe zu teuer sind. Es ist schier unglaublich, was die Buschklink mit ihren beschränkten Mitteln für die Einwohner von Babaoa leistet. Klaus sinniert nach der Operation: „Mit geringem Einsatz kann man hier großes leisten. Die Behandlung darf nicht gratis sein, nur so weit subventioniert, dass sie für die Leute leistbar wird!“ Sonst ist der Tod weiter ein ständiger Begleiter für Klaus.

Es mangelt sogar an Geld für einen einfachen Zaun, der die Ziegen und anderen Tiere vom Gelände fernhält. Selbst vor Klaus Ordination stehen die Vierbeiner Schlange.

Eva und Klaus sind erst seit drei Monaten hier, durch Pastor Helmut Grimmsmann, jedoch bestens in die RCA, eingeführt. Drei Jahre läuft der Vertrag für die evangelische Mission, dann werden die beiden in den Westen zurückkehren.

 

Rachel und Mirko

Mirko und Rachel,, samt ihrem acht Monate altem Sonnenschein Aaron planen jedoch 9 Jahre hierzubleiben. Mirko hat eine spezielle theologische Fakultät besucht, die speziell für Überseemissionen ausbildet. Die drei sind seit vier Monaten hier, zuvor war die Situation im Lande noch zu ungewiß. Eigentlich hätten sie nach Madagaskar gesendet werden sollen – da besserte sich die Situation in der RCA – République Centafricaine...

Mirko wird in Zukunft ein ziemlich großes Gebiet in der RCA theologisch betreuen - eine große Herausforderung.

Die beiden erzählen uns wie Eva und Klaus viel über Helmut Grimmsmann. Er ist zur Zeit mit seinem Sohn Hans und dem Zivildiener David in Bangui, der Hauptstadt der ZAR.

 

Die Andacht

Heute hält Mirko, wie jeden Freitagabend eine Abendandacht. Mirko hat sich dafür den Psalm 13 aus dem Alten Testament gesucht und stellt ihn dem Buch einer Ärztin gegenüber, die das Sterben untersucht hat. Die Parallelen sind verblüffend, sämtliche Stationen des Sterbeprozesses finden sich auch in der Anrufung Gottes wieder. So ein modern praktiziertes und gelebtes Christentum haben wir uns schon immer gewünscht, was wir in der katholischen Kirche immer vermisst haben.

Spät Abends kehren auch Helmut, Hans und David aus Bangui zurück. Sie sind die Strecke in nur 12 Stunden durchgefahren und total fertig. Ein paar Staatsanwälte und Richter waren mit dabei – so lassen sich Straßensperren einfach meistern.

 

Inge und Helmut

Heute lernen wir Helmut endlich kennen. Er hat auch Infos aus Bangui bezüglich unserer geplanten Schiffsfahrt den Ubangui und Congo hinunter nach Brazzaville, der Hauptstadt der RC, République de Congo, der Republik Kongo. Wir können uns bei Socatraf an Mr. Sakibede, den Generaldirektor wenden. Nächste Woche gehe ein Schiff ab.

Inge zeigt uns ihre Sammlung von Baya-Artefakten. Besonders gefallen uns die riesigen, rund 40 Liter fassenden Tonwasserkrüge und die Schüsseln, die Inge geschickt in Lampen verwandelt.

Die beiden leben in einem traditionellen Haus nach äthiopischem Vorbild, eine rund 7 Meter hohe Rundhütte, einer Loft ähnlich mit wenigen Zimmern und einem Wohnzimmer mit Küche, das wunderbaren Einblick in die Dachkonstruktion erlaubt. Das Haus strahlt eine angenehme Gemütlichkeit aus, liegt noch dazu wunderschön in der Landschaft. Bei den 2003 begonnen Unruhen ist das Haus auch nicht zu Schaden gekommen. Inge und Helmut sind ins benachbarte Kamerun geflüchtet. Helmut sah ein paar mal in der Zwischenzeit nach dem Rechten.

Seit einigen Monaten herrscht wieder eine stabilerer Lage im Land und die Regierung bemüht sich sehr dem Banditenunwesen ein Ende zu bereiten. Erst vor drei Wochen wurden über 30 Banditen in der Nähe erschossen – „Gefangene werden hier keine gemacht!“, bemerkt Helmut lakonisch. Die vielen Straßensperren schützen auch vor den Banditen. „Sind doch der eleganteste Weg der Bevölkerung zur Last zu fallen!“ – 2000 CFA Einscheibgebühr verlangen die meisten der Posten pro Person. „Das kostet euch bis Bangui so um die 50 000 CFA! – also rund 75 EUR“, wurde uns erklärt. „Sicher nicht!“, denken wir uns insgeheim.

Der Hexenprozeß

Helmut hat hier im Land seit 1981 so einiges erlebt, er war bis auf drei Jahre die meiste Zeit in der ZAR. Es gibt hier im Lande, so unglaublich es auch klingen mag Hexenprozesse, einer fand 1999 auch in Baboua, in Helmuts Gemeinde statt. Ein Mann wurde gemeinsam mit seinem Vater beschuldigt Menschen in Kühe verwandelt zu haben. Diese Kühe hätten die beiden dann geschlachtet und das Fleisch auf dem Markt verkauft. Der Beweis: Eine Namensliste mit Menschen aus dem Dorf. Die beiden wurden von der Polizei verhaftet und somit gerade noch vor dem Lynchmob gerettet. Die Staatsanwaltschaft erhob jedoch tatsächlich Anklage. Das gesamte Dorf war vollkommen aus dem Häuschen. Selbst hochgebildete Menschen bemerkten zu Pastor Grimmsmann: „Hast du schon gehört, die beiden haben doch tatsächlich Menschen in Kühe verwandelt und verkauft! Ich stehe auch auf der Todesliste!“ Selbst schwarze Priester waren vor dem Wahnsinn nicht gefeit. Die Hysterie steigerte sich immer weiter. Es wurden immer mehr Leute verhaftet, die um den Schlägen und sonstigen unsanften Verhörmethoden zu entgehen sich gleich lieber selbst der Hexerei bezichtigten. Fazit: Der Großvater wurde erschlagen! Sein Sohn relativ bald von der Justiz freigelassen, die durch die Verurteilung den Menschen letzen Endes das Leben rettet. Die belastende Liste war nichts anderes als eine Schuldnerliste des Fleischhauers und Neid das Motiv für die Beschuldigungen.

Es gab auch ein Fall, beileibe kein Einzelfall, indem ein Medizinmann, mit Billigung der Justitzbehörde, in einem Dorf Jugendlichen ein sehend machendes Pulverchen in die Augen streute. Die hellsichtigen Wirrköpfe zerrten dann Zauberer, Hexen und anderes vermeintliches Gesindel aus den Häusern im Dorf... Dies fand in den späten 80er Jahren statt.

Born in RCA

Helmuts Sohn Hans hatte es nicht so einfach. Erst mit 11 Jahren kam er das erste Mal aus der ZAR nach Deutschland und konnte sich lange nicht eingewöhnen. Er ist gerade auf Besuch. Vieles aus der Kindheit wird ihm erst heute verständlich. Er wuchs mit den Kindern aus Baboa gemeinsam auf und glaubt wie sie auch noch ein wenig an Flußgeister und Dämonen. Der Aufenthalt ermöglicht ihm vieles neu zu bewerten und ihm ein klareres Bild seines Geburtslandes zu bekommen. Er war auch mit in Bangui. Im Sofitel, dem Hotel mit dem schönsten Pool der Stadt – man hat einen Rundumblick auf den Ubangui - fotografierte er gemeinsam mit David. Leider auch die Halbinsel, die vom Pool aus in den Fluß ragt. Dort darf nur das Militär hin und natürlich herrscht wie eigentlich überall in der Stadt strengstes Fotografierverbot. Bald sind die grimmigen Militärs zur Stelle und wollen die Digi-Kamera konfiszieren – wäre ja nett so etwas zu haben. Hans weigert sich sein Prachtstück herzugeben. Sie drohen mit Prügel oder wollen 200 000 CFA, 300 EUR! Jetzt wird es brenzlig. Hans ruft den Hoteldirektor um Hilfe, der auch eine Lösung findet. Nach einer halben Stunde hat er den Militärs klargemacht, dass man die Fotos einer Digitalkamera wirklich löschen kann. Zuvor wollen sie die ganze Zeit den Film herausreißen...

 











Kommentare

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