Sa 1.1.2005

Ein historischer Moment: Heute am 1.1.2005 um 13:20 sind wir aus Kärnten zu unserer Weltreise aufgebrochen.

Weihnachten verbrachten wir im Kreis der Familie, doch selbst am 24.12. waren wir mit organisieren, packen und letzen Bastelarbeiten an Hidalgo, unserem Reisegefährt(en), beschäftigt. Geplant war die Abfahrt noch im alten Jahr, doch das Packen und Einchecken mit unserer sechsseitigen Packliste dauerte dann doch länger als gedacht. Damit wir unsere Sachen auch wieder finden können haben wir die Kisten mit Nummern bezeichnet. Beispielsweise KG1 ist die Kiste gross 1 und KM3 ist dann die Kiste Mittel 3 usw. Der Mac (PC) war uns beim Suchen der jeweiligen Ausrüstungsgegenstände eine grosse Hilfe und wir versahen jedes Teil mit der dazugehörigen Kistenbezeichnung. Besonders litt Giselas Mutter unter dem Chaos im Haus, da sie permanent über die unzähligen Kisten stolperte. Dafür räumte Rüdiger nach Monaten endlich die Garage auf, die er seit Juli als Werkstatt zweckentfremdet hatte - Schneeschaufel und Sand können wieder auf normalem Weg erreicht werden.

Seit Wochen versuchte Rüdiger eine ATM-Länderliste (Bankomatverzeichnis) von den diversen Betreibern zu bekommen. Bis jetzt wurde er immer von Maestro, Mastercard und Cirrus mit dem Verweis auf das Internet abgespeist. Doch in der Liste von Europay befindet sich nicht einmal Namibia und dort haben wir 2003 des öfteren Bargeld behoben und beim ATM Locator von Mastercard muss man bei jedem Land die Stadt eingeben, in der sich der Geldautomat befinden soll. Ziemlich praktisch, wenn sich in einem Land nur wenige befinden und man jede Stadt in der korrekten Schreibweise einzugeben hat. Strafverschärfend ist die richtige Schreibweise des arabischen Städtenamens in unserer Schreibweise zu treffen - eine lustige Nachmittagsbeschäftigung … Schliesslich wurde es ihm zu bunt und mit freundlichem Druck gelang es ihm endlich bei Europay einen kompetenten Mann, Herrn Österreicher - ja er heisst wirklich so - aufzutreiben. Bis zum 31.12. hatte er leider noch keine Antwort von Mastercard international, die müssen ja auch Silvester feiern. Bis Mitte Jänner verspach Herr Österreicher Rüdiger Informationen zukommen zu lassen. Schliesslich ist es nicht unerheblich ob es im Niger oder Kamerun nun ATMs gibt oder nicht.

Wir sind inzwischen als richtige Oesterreicher Mitglied in mehreren Vereinen:

1. Beim Alpenverein: Dort gibt es die beste Bergeversicherung, wenn wir irgendwo verunglücken sollten.

2. beim ÖAMTC: Da bekamen wir die internationale Zulassung und zwei verschiedene (!) internationale Führerscheine. Gisi nahm nur einen und Rüdiger beide. Durch Nigeria wird somit Rüdiger der alleinige Chauffeur sein müssen. Im Irak und Somalia würde der 2. internationale Führerschein zwar auch noch gelten, doch die liegen ja nicht auf unserer Route. Reisen im Irak soll momentan ja auch nicht so gesundheitsfördernd sein.

Vor der Abreise machten wir bei traumhaftem Wetter Abschiedsfotos mit Hidalgo - die Fotos folgen in den nächsten Tagen. Wir suchten uns eine sehr schöne, doch anstrengende Strecke über Lienz - Brixen - den Brenner - Innsbruck - Feldkirch und Lichtenstein nach Wildhaus in die Schweiz, um Rüdigers Tante zu besuchen. Die Osttiroler Täler waren im Gegensatz zu Kärnten total verschneit und auch die Bäume voll Schnee und Raureif. Bei Lichtenstein war der Schweizer Grenzbeamte leicht irritiert wohin wir wohl mit unserem eigentümlichen Gefährt so spät in der Nacht noch wollen. "Nach Wildhaus zu meiner Tante und dann um die Welt", meinte Rüdiger trocken. Nach einer Nachdenkpause der Grenzbeamte: "Und was haben sie dabei?" - "Ausrüstung für Afrika …". Danach wieder langes Grübeln, der zweite Beamte umkreiste in der Zwischenzeit Hidalgo. Durchsuchen wäre dann wohl doch zu mühsam gewesen und so winkten sie uns schliesslich weiter.

Um 22:45 kamen wir ins verschneite Wildhaus zu Gerlinde und Karl. Auf den letzen 500 Metern lernten wir dann bei eisiger Schneefahrbahn die Vorzüge des ABS und der Antischlupfregelung zu schätzen. Gerlinde und Karl begrüssten uns mit einem Gläschen Sekt und wir fielen nach einem Plausch hundemüde in die Federn.

 






Kommentare

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Cliff Sterling aus Bretthausen

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Carlos Mary aus Thun

Sonntag, 17-09-17 03:30

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Daddy said, maybe to make Larry stop singing. ?There are
many ways to worship.

 

Enrique Mcclure aus Fresno

Freitag, 01-09-17 11:28

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Freitag, 01-09-17 11:27

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