Sa 25.6.2005

Eine typische afrikanische Geschichte – Teil II

Wir wollen gerade den Kaffee aufsetzen, da kommt bereits Mr. American Dollar vorbei. Wir sehen uns einmal die Banknoten an und erklären ihn, dass wir auf jeden Fall die Echtheit bestätigen lassen müssen. Rüdiger fährt mit ihm am Mofa zum Restaurant, wo uns gestern der nette ältere französische Geschäftsmann versprochen hat sich die Banknoten anzusehen. Leider sind wir eine Stunde zu früh und er ist geschäftlich unterwegs. Die Besitzerin des teuren Restaurants meint, dass man hier in Zinder kaum Blüten angedreht bekommt, da sich dies sofort rumspricht. Allerdings bekam sie selbst einmal falsche Euronoten beim Auto Gare, wo sich der Schwarzmarkt befindet. Der Geldwechsler heißt tatsächlich im Nachnamen Dollar, wie Rüdiger aus seinem Ausweis ersieht und beim Beruf steht: Monnayeur, Geldwechsler dabei – nicht schlecht! Er dürfte in der Stadt sehr bekannt sein, da ihn unterwegs immer Leute mit „Hey Dollar!“ begrüssen. Während American Dollar ein paar Erledigungen tätigt, geht Rüdiger auf Recherche ins Internetcafe. Es gibt den CFA der UEMOA der wirtschaftlichen Vereinigung der westafrikanischen Länder, wie Benin, Mali, Niger oder auch Togo und den CFA der CEMAC, der wirtschaftlichen Vereinigung der zentralafrikanischen Länder, zu denen eben auch der Tschad und die Zentralafrikanische Republik gehören. Die Banken wechseln nicht steht auf einer Seite einer schweizer Bank. Die Homepage der www.bcead.int, der Banque centrale des États de lÀfrique de l’Ouest, also der Zentralbank der westafrikanischen Länder, ist informativ. Man findet sogar die Banknoten mit den Sicherheitsmerkmalen erklärt. Die Seite der www.beac.int , der Banque des États de l‘Afrique centrale, also der Zentralbank der zentralafrikanischen Länder ist leider nicht so gut gelungen – Rüdiger findet hier keine Banknoten und auch sonst wenig brauchbare Informationen. Dafür Banknoten auf einer anderen Seite, deren Aktualität jedoch nicht festzustellen ist.

Rüdiger trifft wieder auf American Dollar, der Franzose ist noch immer nicht da. Ein Mitarbeiter des Restaurants meint, dass wir doch zur Bank gehen sollten. „Die haben doch gestern gemeint, dass man nicht tauschen kann!“, wendet Rüdiger ein. – „Doch die Echtheit werden sie doch bestätigen können.“, meint der Mitarbeiter.

Also wieder rauf auf’s Mofa und rüber zur BIA,</i< der <i>Banque International Afrique. Die Angestellte an der Kassa: „Ich kenne die Noten der BEAC leider nicht.“ Der EDV-Administrator der Bank kennt sie sehr wohl und meint dass sie echt seien. Rüdiger beschließt umzuwechseln und ist froh endlich Frühstücken zu können. - Afrika ist eben anders - Ende dieser Geschichte.

 






Kommentare

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