Sa 26.3.2005 – Mauretanien

Die Kameltour & Schlachtung

Die Kameltour geht um sechs Uhr los – Ali kommt plötzlich auch mit, da er uns die Wüste erklären will. Na hoffentlich geht sich das mit den Vorräten aus. „Die Wassersäcke kannst du da lassen!“, erklärt uns Ali.

„Sind die Kanister auch sicher dicht?“, hinterfragt Rüdiger, sich an schlechte Erfahrungen aus Jordanien erinnernd.

„Natürlich!“, Ali antwortet selbstsicher.

Wenige Kilometer hinter der Stadt beginnt der erste Kanister zu tropfen und ist zu Mittag halb leer. Die Vorräte werden für 4 Personen wohl auch nicht ganz reichen, rechnet Gisi nach der Mittagsrast.

„Ich kaufe euch ein Zicklein!“, verkündet uns dann Ali, „das braten wir auf Nomadenart im Feuer mit Brot.“

„Gute Idee!“

 

Blick auf das Ochsenauge

Nach der Mittagsrast klettern wir auf den ersten Ring des Guelb el Richât und sehen, besser gesagt erahnen die Struktur der gesamten Formation, die durch Störungen im Magnetfeld zur Zeit der Abkühlung der Erde entstanden sein soll. Das Gestein um die Störungen ist im Laufe von Milliarden Jahren erodiert. Andere Theorien gingen früher von einem Meteoriteneinschlag oder einem Vulkanausbruch aus, die jedoch inzwischen kaum mehr gestützt werden.

 

Wie schone ich meine Kamele

Hassan schont seine Kamele – eines hat am Morgen überhaupt nur einen Packsattel am Höcker gehabt und das andere will er uns auch noch meistens vorenthalten.

„Der weiße Hengst kann nicht soviel tragen!“

„Die 30 Kilo Gepäck kann ich wenn es sein muß auch alleine tragen, dazu brauche ich kein Kamel!“, Rüdiger darauf leicht ärgerlich, „Ein Hengst kann leicht 150 Kilogramm Last tragen, außerdem stehen deine Kamele gut im Futter!“

 

Die Schlachtung des Osterzickleins

Nach nur zwei Stunden Marsch erreichen wir einen Platz in den Dünen und schlagen unser Nachtlager auf. Hassan schont wirklich Mensch und Tier!

„Wer von euch geht mit Hassan das Zicklein kaufen?“, fragt uns Ali.

„Moment, hast du nicht gesagt du kaufst uns ein Zicklein?“

„Das teilen wir doch durch vier!“, meint Ali.

„Erinnert mich irgendwie an Wilfred Thesigers Reisebeschreibungen, Die Brunnen der Wüste und seinen Abmachungen mit den Bedus“, denkt sich Rüdiger insgeheim.

 

Wir gehen beide mit Hassan zu den Nomaden die rund fünf Kilometer entfernt ihr Lager aufgeschlagen haben.

„Du hast doch ein scharfes Messer?“, Hassan zu Rüdiger.

„Ja, weshalb?“

„Zum Schlachten des Zickleins.“

„Die Bedus werden doch ein Messer haben!“

„Die schneiden nichts.“

Wird eben Rüdigers Schweizer Messer das Zicklein meucheln. Der Preis zuerst unverschämt – dass wir die Zeche auch für Ali und Hassan mit bezahlen werden ist uns sowieso klar. Wir sind nicht gerade scharf auf Fleisch und gehen. Der Preis halbiert sich und da ja Ostern ist gönnen wir uns mal einen Braten.

„Habt ihr eine Taschenlampe, wir sehen nichts und können dem Zicklein nicht den Hals durchschneiden.“, fragt uns Hassan.

„Nur ein Feuerzeug!“ Rüdiger kniet vor dem Zicklein mit dem Feuerzeug leuchtend und der Nomade schneidet dem sich windenden Zicklein die Kehle durch. Gisi steht daneben und findet das lange Leiden des Tieres nicht sehr human – Betäubung gehört bei der islamischen Schlachtung aus rituellen Gründen nicht dazu, erklärt uns später Hassan. Das Blut rinnt langsam aus der aufgeschnittenen Kehle in den Wüstensand. Schlimmer als wir es uns vorgestellt haben.

Nach langen drei Minuten rührt sich das Zicklein nicht mehr. Plötzlich bäumt sich das tot geglaubte Tier auf, steht auf, macht einige Schritte bevor es Hassan niederdrückt. Diesmal ist es endlich erlöst – diese Art der Fleischbeschaffung empfehlen wir allen Vielfleischessern: Reduktion des Konsums garantiert.

 

Bei Mondschein laufen wir zurück zu Ali der bereits das Feuer für den Braten entfacht hat. Das Fleisch sofort auf Nomadenart im Feuer zubereitet schmeckt uns nicht so besonders, da das Fleisch ein wenig abgelegen gehört.

 








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