Sa 8.10.2005

Grenzpassage leicht gemacht

Schon lange keine Grenze mehr gequert – na dann nichts wie hin! Man möchte uns zunächst auf der Lateritstraße nicht durch lassen – heute ist Markttag und die Grenze für Ausländer dicht. „Doch Père Gregory, Pater Gregory hat gesagt wir dürfen durch!“ – „Na, wenn das so ist könnt ihr passieren.“ Die Straße windet sich durch den Busch und nach rund 13 Kilometern befinden wir uns an der Grenze – DRKongo nach Angola. Die Formalitäten sind erstaunlich unkompliziert – Père Gregory ist auch extra auf einen Sprung vorbei gekommen, um uns im Notfall behilflich zu sein. Dabei hat er bereits ein paar Stunden zuvor alle über unser Kommen informiert. Toll! „Dann müsst ihr nur noch zum Zoll!“, meint der nette Herr von der Grenzpolizei. Dort finden wir zunächst niemanden – dann ein junger Mann ohne Uniform breit grinsend: „Ich bin vom Zoll, zeigt mir bitte eure Papiere!“ – „Gerne!“ Er schreibt nur etwas handschriftlich rein, da er nur die Schlüssel vom Vorraum des Zolls findet: „Der Stempel ist leider drinnen!“ Draußen winkt er uns zum Schranken, damit wir gleich durchfahren können. Dort steht freilich ein Uniformierter, der barsch unsere Papiere verlangt. „Alles in Ordnung!“, ruft ihm der Zöllner zu und winkt uns weiter. Wir beschließen auf unseren, einem Schutzengel gleichen Zöllner und nicht den uniformierten Wicht zu hören. Also mogeln wir uns am LKW, der vor dem Schranken steht vorbei und sind im Niemandsland. Einen Kilometer dahinter der Markt, heute näher beim Kongo, nächsten Samstag alternierend bei der angolanischen Grenze. Wir treffen auf Père Gregory, der auch dem hilfreichen jungen Zöllner Bescheid gesagt hat und gerade auch Angola über unsere bevorstehende Ankunft informiert hat. Danke! Nach wenigen Kilometern noch einmal - anscheinend am Markttag - ein paar von den kongolesischen Polizisten und gleich nach einer Brücke ein paar von der anderen Seite – freundlich! Wenige Kilometer und Wassertümpel in denen sich die Schweine suhlen, später – der Grenzposten von Angola. Es wird das Büro der Immigrationspolizei für uns aufgesperrt, da man heute schließlich keine Ausländer durchläßt ;-) Mit unseren Schweizer Leibchen bekommen wir gleich wieder Rot-Kreuz, nein sogar Diplomatenstatus und sind bald durch. Beim letzten Grenzschranken bleiben wir mit laufendem Motor hinter einem LKW-Einheimischentransporter stehen. Der Zöllner schaut und schaut – auf unsere neue Errungenschaft den kirchlichen Ordensaufkleber, die Österreichfahne mit den schönen Schriftzügen, den IIP-Aufkleber und unsere Schweizer T-Shirts! „Die müssen wichtig sein!“, denkt sich der arme Mann wohl verzweifelt, den er sieht suchend umher. So ein Pech! Kein Vorgesetzter in der Nähe und so hebt er lieber schnell den Schranken hoch – könnte ja sonst Probleme geben. Die Obrigkeitshörigkeit ist schon etwas wunderbares. So schnell haben wir in Afrika noch keine Grenze passiert: „Rekord - informiert Guiness!“

Horrorpiste

Wir schaffen gerade noch 25 Kilometer in den zweieinhalb Stunden bis zur Dunkelheit. Absolut miese Lateritpiste! In die Mitte nehmen wir bis zu 80 cm tiefe, sich lange hinziehende Regenauswaschungen zwischen die Räder. Bei den großen Pfützen loten wir immer die Tiefe aus – die Schweine in den Lacken machen uns vorsichtig. The Horror!

Kampf im Dorf

Im Dorf Nkwa-Nza werden wir freundlich aufgenommen. Der Dorfchef Miguel ist von unserer Reise begeistert und so schildern wir ihm genau die Route. In der Umgebung des Dorfes findet man Gold, Diamanten und andere Schlüsselmineralien. Prospektoren aus Europa waren schon auf Erkundungstour...

Es ist bereits Nacht. Grell leuchtende LKWs mit vielen Menschen kommen immer wieder durch. Eine Gruppe von rund 12 Personen steigt in der Nähe von uns ab. Die ganze Zeit über leuchten sie immer wieder taxierend zu uns und auf Hidalgo. Dabei würden wir so gerne die fesselnde afrikanische Musik, rund 200 Meter von uns entfernt aufnehmen. Es wird mehrstimmig rhytmisch gesungen mit Trommelbegleitung, dass es eine Freude ist. Wir haben jedoch ein ungutes Gefühl - darauf haben wir gelernt zu hören! Dann geht alles sehr schnell. Der Besitzer des Hauses, vor dem wir stehen dürfte die Gruppe aufgefordert haben sich zu trollen. Keine Reaktion! Er geht auf einen der Männer los und es kommt zu einer Schlägerei. Autsch! Bald prügeln sich rund acht Männer. Schmerzensschreie! Chaos! Nach fünf Minuten nur noch verbale Gefechte und immer wieder aufkeimende kurze Faustgefechte. Adrenalin schießt uns ein! Wir haben wieder mal den Feuerlöscher, Aluröhrchen und andere Überraschungen einsatzbereit . Wir schmeißen bei erstbester Gelegenheit alles in den Bus – gerade noch rechtzeitig, den jetzt geht es erst so richtig rund. Immer mehr Leute sind involviert. Rundherum wird getobt und geprügelt. Autsch! Autsch! Auf der Schiebetürseite sehen wir durch den hellen Mond ein wenig von dem Wahnsinn um uns, den Rest akustisch. Die Trommeln und der Gesang sind längst verebbt, das halbe Dorf anscheinend involviert. Ein Mann brüllt und pfaucht wie ein Leopard - springt seine Gegner einem Raubtier gleich an. Es geht zu wie im reinsten Tollhaus! Wir fühlen uns nicht gerade wohl in unserer Haut - flaues Gefühl im Magen – noch keine richtige Angst! Hoffen dass sich doch wieder endlich alle beruhigen. Rund 25 lange Minuten später bemerken wir eine Besserung der Lage. Nur der menschliche Leopard, wohl aus dem Haus, vor dem wir stehen, pfaucht und brüllt furchterregend. Die Neugier auf den Leopardenmann läßt uns schließlich draußen die Lage checken. Wir kommen uns vor wie in der Urzeit: Da pfaucht, schreit und hechelt ein Mann - wälzt sich immer wieder wie irr in glühenden Kohlen und gibt absolut unmenschliche Laute von sich. Dann wiederholt er immer und immer wieder ein paar Worte. Wir wissen nicht ob es sich jetzt um ein Ritual oder sonst etwas handelt. Es befinden sich noch immer rund 12 Leute hinter dem Bus, die vom Leopardenmann regelmäßig angefallen werden und auseinander stoben. Bravo, zeig‘s ihnen! Kommt uns vor wie ein Rudel Straßenköter. Wir beschließen schnell umzuräumen, um uns endgültig in Hidalgo einzubunkern. Rund 40 Minuten später ist der Spuk dann endlich vorbei. Wir können uns keinen genauen Reim darauf machen. Wollten die etwas von uns und die Familie beschütze uns? War es ein Nachbarschaftsstreit und wir gerieten zwischen die Fronten? Wir werden es erst morgen erfahren.

 









Kommentare

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