Sa 9.7.2005 – Do 14.7.2005

TAG 10 - 15

Die einzigen Österreicher in eigenem Fahrzeug

In Bol fragen wir uns zum Douane durch, da wir unser Passavant Descriptif, unsere temporäre Einfuhrgenehmigung, verlängern lassen müssen. Da der Zöllner gerade beim beten ist sehen wir uns den Lac Tchad, Tschadsee an. Ohne Probleme bekommen wir die Verlängerung – gratis! Ein Sprücherl von Präsident Idriss Deby an der Wand: „Geschenke und ähnliches werden nicht angenommen. Schluß mit den Unsitten der Vergangenheit!“ Der Zöllner bestätigt uns, dass wir die ersten Österreicher mit eigenem Fahrzeug sind, solange er sich erinnern kann. Wir dürfen uns dies auch in seinen Aufzeichnungen ansehen. Seit 2002 - so weit reichen die Aufzeichnungen zurück - sind es knapp 50 europäische Geländefahrzeuge und ein amerikanischer Pick-up - damit sind wir seit Ewigkeitern auch die ersten Europäer ohne Geländefahrzeug. Die meisten Gefährte sind Franzosen, gefolgt von Deutschen, Niederländern, Belgier, Italienern und Briten. Dazu zwei Spanier, ein Schwede, ein Norweger, ein Amerikaner und ein Fahrzeug aus Gibraltar – müsste eigentlich auch GB sein.

Wir bessern noch unsere Vorräte mit dem mageren Angebot der Stadt auf und fahren relativ flott weiter. Die Straße hat leider ab der Abzweigung nach Bol einige Überraschungen auf Lager – von Wegen frisch saniert. Die Straße ist an einer Stelle vollkommen weggeschwemmt - Rohre zur Entwässerung einzugraben ist wohl unbekannt. Ein anderes Mal wird bei einer Steigung die Spurrille immer tiefer, das nur rauslenken und mit erheblicher Seitenneigung weiterfahren uns über die heiklen 300 Meter bringt.

 

Hinter den Nomaden her

Die Piste ist heute endlich normal befahrbar, von ein paar Miniprüfungen mal abgesehen. Wir fassen in einem kleinen Dorf mit Militärposten Wasser, da wir endlich Wäsche waschen müssen. Die Menschen sind sehr scheu, selbst der Militär. Er kommt zwar zum Brunnen, hält sich jedoch im Hintergrund.

Eine Nomadenfamilie quert mit dem gesamten Hausrat die Lateritpiste – nichts anderes als festgewalzter Ton mit Sand vermengt. Wird bei Regen so richtig schön glitschig. Rüdiger geht ihnen nach und holt sie nach rund 700 Metern ein und sie finden das fotografieren unterhaltsam.

Wir biegen in hügeliger Landschaft rechts ab und verwischen unsere Spuren. Da es kurz zuvor geregnet hat ist der Sand besonders unangenehm zu fahren. Der einzige Baum der Umgebung ist unser Schattenspender.

 

Waschen, reparieren und Co

Die nächsten Tage waschen wir alles, relaxen und erledigen dringende Reperaturen, wie unsere zusätzlichen Ventilatoren neu ankleben, Trinkwasserflaschen dichten, Moskitonetz neu befestigen... und ein wenig entspannen.

 

Brechen die Zelte ab

Heute Donnerstag brechen wir unsere Zelte ab, leider taucht die elektrische Zahnbürste nicht mehr auf – haben sich eventuell die Kids eingenäht, die immer wie die Schatten mal auftauchten. Da wir nicht die ganze Zeit begafft werden wollen halten wir sie ein wenig auf Abstand.

Die Lateritpiste wird leider immer schlechter und wir müssen immer mal wieder ausweichen. Die Straße ist nach jedem Regenguß ein wenig desolat und wir permanent von Bautrupps ausgebessert. Vor Massakori beginnt eine Schwemmebene und die Piste ist schwer befahrbar.

Massakori

In Massakori wollen wir ein wenig unsere Vorräte ergänzen. Daraus wird leider nichts. Jugendliche mit irrem gierigen Blick umringen uns bereits beim Aussteigen und rücken uns nicht von der Pelle. Der erste Händler verlangt Horrorpreise, der zweite möchte uns zu Normalpreisen verkaufen – allein die Jugendlichen reden auf ihn ein, damit er auch ja den gleichen überzogenen Preis verlangt wie der erste Händler. Die Differenz würden sie sich dann teilen ... Bald geben der Händler und wir entnervt auf und wir verlassen fluchtartig die Stadt. Kommen wir eben ein paar Tage länger ohne Zucker aus, erpressen lassen wir uns nicht.

Schöne Abendstimmung

Die Schwemmebene reißt nicht ab und Umfahrungen sind leider immer wieder nötig. Die Landschaft mit den Lacken, auf denen giftgrüne Algen schwimmen kontrastieren herrlich zum pastellfarbigen Himmel mit den rötlich beleuchteten Wolken: Paradiesisch! Wir haben uns genau die richtige Zeit für den Tschadsee ausgesucht, denn alles ist frisch grün und es ist nicht zu heiß. Das findet wohl auch der Pillendreher, der mit seiner großen Kugel an unserem Nachtlager vorbeirollt. Seine perfekt runde Kugel würde er nie und nimmer im Stich lassen, selbst bei drohender Gefahr.

 









Kommentare

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