Schnappschüße aus zweieinhalb Wochen Bangui

In der Höhle des Löwen

Wir befinden uns ja mitten in der Höhle des Löwen. Inzwischen haben wir auch erfahren, dass Weiße normalerweise in Nähe des Hafen nach 15 Uhr, besonders, wenn sie Libanesen sind, verhaftet werden. Einmal erlebten wir die Libanesenausquetschmasche live. Einer der Libanesen vom Phenicia möchte aus seinem Lager im Hafengelände gegen 19 Uhr etwas holen. Die Polizisten stürmen mit den unvermeidlichen Kalaschnikows vor. „Halt! Sofort aufhören, dass ist illegal!“, tönt es ungewohnt scharf aus den Kehlen der Löwen. Gemeinsam mit dem gutmütigen Libanesen geht es auf die Wachstube. Eine Stunden später herrscht ausgelassene Stimmung, man hat dem armen Kerl wohl wieder mal einige 100 000 CFA abgeknöpft.

 

Zwillingsflak in Friedenszeiten? Präsidentenkonvoi

Lautes Sirenengeheul. Ein Jeep mit einer Zwillingsflak fährt einem rund einen halben Kilometer lagen Konvoi voraus. Dahinter Laster voll mit bis an die Zähne bewaffneten Militärs, Panzerfahrzeuge und in der Mitte eine Limousine mit dem Präsidenten – Francois Bozize - wie man uns zuraunt. Der muß sich ja ganz schön vor der Bevölkerung fürchten. Den Abschluß des Konvois nach den diversen martialen Fahrzeugen bildet wieder ein Jeep mit einer in der Stadt sinnvollen Flak. Glauben die tatsächlich von Flugzeugen in Bangui angegriffen zu werden? Soll wohl auch wieder das Volk beeindrucken und einschüchtern. Bilder aus der Nazizeit, jedem Kontinentaleuropäer unauslöschlich ins Gedächtnis gebrannt, kommen einem hoch. „The Horror! the horror.“, die berühmten Worte des Elefenbeinhändlers Kurtz aus Joseph Conrads Roman, Das Herz der Finsternis kommen uns in den Sinn. Die gute Stimmung ist nach so einem Anblick für die nächsten Stunden am Boden, zu sehr erinnert diese Inszenierung an die Willkür, die in diesem Land durchaus noch herrscht.

Wir sitzen an zuverläßigen Quellen und erfahren, weshalb auch am Abend einmal der Jeep mit dem Riesen-MG der Tschadsoldaten im Hafen herumkurvt. „Der Präsident traut dem eigenen Militär nicht ganz und stützt sich immer noch auf Truppen aus dem Tschad. Sie müsen außerdem beschäftigt werden, da sie sonst auf dumme Gedanken kommen. Eigentlich dürfen sie beim Hafen nicht herein, dafür ist die Polizei zuständig, doch man drückt lieber ein Auge zu. Die meisten Soldaten wurden in den letzten Monaten an die Grenze zum Tchad geschickt, auch Weg von den Straßensperren.“, erklärt uns Bob, nennen wir ihn mal so. Stimmt, es war mehr Polizei und Gendarmerie, als Militär bei den netten Straßensperren. Bob weiter: „Korrupte Beamten werden in der letzen Zeit, wenn sie gemeldet werden auch gleich eingesperrt. Mir unverständlich, weshalb sie immer noch so weiter fordern. Viele sind es wohl einfach gewohnt zu kassieren und fühlen sich schon so im Recht, dass wohl erst nach vielen scharfen Aktionen die Korruption beendet sein wird.“

 

Libanesenabzocke

Die Polizei, Militär und auch der Douane - Zoll, lieben es außerdem Libanesen in ihren Geschäften zu terrorisieren. Man geht einfach in das Geschäft und verlangt zwischen 65 000 – 200 000 CFA, ansonsten würde man das Geschäft zusperren lassen. Verweigert der Ladenbesitzer und hat keinen Schutz, dann muß er den unverschämten Forderungen nachkommen, will er nicht die nächsten Tage Däumchen drehen. Generäle kaufen oft mit 60 Prozent Preisnachlaß, und selbst unterste Ränge versuchen immer wieder ihr Glück: „Kennen sie General Z?“ – Der Supermarktbesitzer blitzschnell: „Ich kenne alle in Bangui, auch den Präsidenten und lacht entwaffnend !“ – „Ansinnen geschickt abgewehrt.“, schmunzeln wir erfreut.

 

Am Fluß entlang

Wir schlendern den Ubangui entlang, an zerschossenen Häusern vorbei, zum Sofitel. Die haben dort ja den schönsten Pool der Stadt, wie wir von Hans, dem Pastorensohn aus Bangui wissen. Man hat auf dieser Strecke besser sein Aluröhrchen mit im Sackerl, einige Typen mustern einen schon sehr eigenartig. Auf der anderen Seite ist die der Plage, der Strand von Bangui ein bunter Ort. Es tummeln sich hier viele lebensfrohe Menschen. Frische Fische werden feil geboten, Bier wird ausgeschenkt ein – ein buntes afrikanisches Kaleidoskop.

 

Einsame Witwen für Toni

Der feste Polizist Toni fragt Rüdiger ob er nicht ein paar einsame Witwen in Europa kennt: „Die senden einem das Geld für Flugticket und Visa und dann heiraten sie einen.“ – Aber sicher!

 

Wegen Hexerei im Gefängnis

Bob unser interner Informant erzählt uns auch vom Hexereiprozeß in Baboa. Menschen wurden dabei in Rinder transformiert, diese dann geschlachtet und am Markt verkauft. Wir berichteten schon in Baboa darüber. Bob klärt uns auf: „Man erkennt meistens die Menschen nach der Transformation. Aus einer dickleibigen Frau wird auch eine dicke Kuh. Sobald man einen Hexer oder eine Hexe erkennt, wird sie zur Polizei gebracht. Sie prüfen denn Fall. Meistens gestehen sie sehr schnell und werden dann je nach Region zu 3-5 Jahren Zwangsarbeit oder Kerker verurteilt. Nur bezichtigen alleine reicht nicht aus, damit keine Unschuldigen eingesperrt werden.“ Bei der Prügelmentalität der Polizei kein Wunder, das die armen Menschen sich selbst der Hexerei bezichtigen. Bob meint jedoch, dass in letzter Zeit nur noch bei wirklich unerklärlichen Krankheiten ein Hexer oder ein Hexe für den Tod verantwortlich sein kann. Bei Krankheiten, bei denen man den Erregr kennt, wie Aids, Malaria, Thyphus, usw. ist der Erreger schuld am Tod. – „Ist ja echt ein Fortschritt!“, Rüdiger sarkastisch. – „Der Féticheur wird nur bei echt unerklärlichen Krankheiten zur Hilfe gerufen, wenn der Arzt nicht mehr weiter weiß. Er entllarvt dann schnell den oder die Schuldige. Der Kranke bezichtigt oft auch mit seinen letzen Worten, den, der seinen Tod verschuldet hat.“ – „Wie ist das dann eigentlich mit uns Europäern?“, will Gisi wissen. „Ihr seid ja Individualisten und bei euch ist Gott für den Tod verantwortlich. Bei uns in der Stadt ist auch nicht mehr unbedingt ein Fetischmann für den Tod verantwortlich.“ Zentralafrikanischen Republik live im Jahres 2005...

 

Wie der Féticheur einen Dieb entlarvt

Bob besucht uns wieder und kommt gleich zur Sache: „Wenn der Feticheur einen Dieb entlarven will, streut er Pulver über einen Spiegel und sieht ähnlich wie im Video, wer etwas gestohlen hat. Manche sehen auch in den Flammen oder in einer Wasserspiegelung.“ – „Es steht Öl daneben und wenn der Féticheur reinsticht krümmt sich der Schuldige vor Schmerzen!“, ergänzt Rüdiger ernst. – „Woher weißt du das?“ – „Habe ich in so gehört! Genauso, dass Hexer in der Nacht unglaubliche Distanzen zurücklegen können.“ – „Ja sie können fliegen!“

 

fiacat

Der Directeur General Adjoint, Simon Sakibede ist aktiv bei der Féderation internationale de l’Action des chrétiens pour l’abolition de la torture tätig. Einer NGO, die sich ähnlich wie Amnesty International für Verfolgte einsetzt.

 

Weshalb wir so lange warten

Die Kolbenringe der Dauphin mußten ausgetauscht werden, außerdem nahmen die Rinder zwei mal ein unfreiwilliges Bad, bis das Geländer endlich verstärkt wurde.

 




Kommentare

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