So 10.4.2005

Im Dorf - Krokodile?

Stehen um sieben Uhr auf, da erster Besuch sicher nicht mehr lange auf sich warten lässt. Kaum stecken wir die Nase aus dem Zelt, sind bereits die ersten Kinder, noch groß Abstand haltend, zur Stelle. Bei den Vorbereitungen zum Frühstück haben sie sich bis zu uns vorgearbeitet . Wir werden von einigen Erwachsenen im Dorf willkommen geheißen – leider spricht keiner von ihnen Französisch und so lächeln wir eben einander an – diese wohl universellste Sprache verstehen alle Menschen. Die Kinder und auch einige Frauen sind begeistert von der kleinen digitalen Kamera, da sie die Bilder sofort betrachten können. Bald ist auch wieder Sarek, der Bürgermeister des Dorfes ist und französisch spricht, zur Stelle.

Der selbst ernannte Krokodilführer

Ein Mann, der bereits am Morgen als Wüstenkrokodilführer aufgetreten ist, möchte uns gegen eine fürstliche Entlohnung von 3000 UM, also rund neun Euro zu den Tieren führen. Dies entspricht nun gar nicht dem örtlichen Preisniveau. Wir haben uns auf der Reise vorgenommen keine europäischen Preise zu bezahlen und so lehnen wir dankend ab. Der Mann ist verblüfft, zahlen die Europäer doch immer jeden Preis, da sie auf nichts verzichten können. Der Bürgermeister versteht uns nur zu gut, denn er ist stolz darauf, dass bei ihm noch nicht die Cadeauxseuche ausgebrochen ist.

Wir suchen selbst die Wüstenkrokodile

Wir folgen unseren Spuren durch Busch, Sand und Fels zurück bis zum ersten Dorf. Rüdiger plaudert mit ein paar Kindern und fragt nach den Krokodilen. Alle weisen auf eine grüne Baumgruppe rund zwei Kilometer entfernt. Fahren in die angegebene Richtung und machen uns auf die Suche. Wollen maximal eine Stunde nach den Tieren fahnden und dann die Suche aufgeben. Eine Frau schickt uns weiter in Richtung Berge. Beim nächsten Hof ändert sich die Richtung. „So werden wir die Viecher wohl nie finden!“, Rüdiger traurig. Beim nächsten Hof versteht zwar keiner auch nur ein Wort Französisch, doch die Krokodilzeichnung von Rüdiger ist nicht mißzuverstehen. Rüdiger überedet den Sohn des Hauses uns den Weg zu zeigen. Mohamed Vlai läuft mit uns in Schlangenlinien Richtung Berge. Er dürfte wohl selbst den Weg nicht so genau kennen und ist überglücklich, als er 4x4 Spuren im Sand findet. Bei den Bergen verengt sich ein Tal zur Schlucht. Nach rund zwanzig Minuten sehen wir die ersten Bassins, jedoch ohne Krokodile. Am Ende der Schlucht befindet sich ein rund 90 Meter langer und rund 30 Meter breiter Pool. Das Wasser smaragdgrün mit einem Felsen dahinter. Wir zählen sechs Wüstenkrokodile. Rüdiger öffnet langsam seinen Ruckack, um die Kamera hervorzuholen. „Verflucht noch mal!“, ärgert sich Rüdiger, da die Knipse im Bus liegt. Die Krokos tauchen vorerst mal ab. Wir platzieren uns auf einem Felsen rund vier Meter über dem Pool und warten. Das Wasser ist auch schon sehr knapp, da wir ja bereits seit über zweieinhalb Stunden unterwegs sind. Die Krokodile tauchen langsam wieder auf. Rüdiger hat einmal eine Universumdokumenation über die Wüstenkrokodile im Ennedigebirge im Tschad gesehen, da waren die Tiere jedoch längst nicht so schön zu sehen, wie hier. Ein junger Hirte tränkt seelenruhig seine Ziegen am Pool und Mohamed befeuchtet sein Hemd. „Die Tiere haben noch nie jemanden etwas getan!“, erklärt uns der Hirte. Schwimmen gehen wollen wir trotzdem nicht.

Das Wasser wird knapp

„Jetzt müssen wir jedoch schleunigst zurück, wir haben nur noch einen Liter Wasser und es ist kurz vor Mittag!“, drängt Rüdiger zum baldigen Aufbruch. Zurück sind wir schnell. Hidalgo ist nur 1,8 Kilometer vom Eingang des Tales entfernt, wir sind zuvor wirklich kreuz und quer gelaufen und waren den Krokodilen schon sehr nah!

Sensation: Das fischende Wüstenkrokodil

Gisi ist ziemlich fertig von der Exkursion. So macht sich Rüdiger, diesmal mit Kamera, in brütender Mittagshitze, erneut auf den Weg. Das Langarmshirt tropfnass, um sich gegen die Hitze zu schützen. Eine Stunde später schleicht sich Rüdiger bei den Krokodilen an. Ein rund drei Meter großes Wüstenkrokodil liegt dösend auf der Sandbank – neun andere im Wasser. Das Kroko von der Sandbank setzt sich als erstes in Bewegung und taucht ab. Die anderen folgen, und nur noch einige Luftblasen erinnern an die Bewohner. Rüdiger begibt sich wieder auf den Beobachtungsfelsen. Der Ort strahlt eine extreme Ruhe aus. Nach fünf Minuten kehren die ersten Krokodile an die Oberfläche zurück. Im Hintergund grasen zwei Esel. „Ein tolles Bild vom Kroko und der Beute!“, denkt sich Rüdiger, „Doch die sind wohl wirklich ganz harmlos, ansonsten würde der Esel wohl kaum nur einen Schritt neben dem Wasser stehen!“

Rüdiger beobachtet ein Kokodil durch’s Tele, dass ihn schon die längste Zeit fixiert. Plötzlich peitscht das Kroko hoch und hat einen riesigen Fisch quer im Maul, den es wild schnappend hinunterschluckt. „Wahnsinn!“, freut sich Rüdiger und hat einen halben Film durchgeschossen. Überglücklich macht er sich auf den Rückweg und informiert Gisi via Funk.

Über die Steinplatten mit den extremen Verschränkungen geht es retour. Wir lassen wieder Luft auf 1,5 bar vorne und 1,75 bar hinten ab und fahren durch die Weichsandstrecke zurück zur Straße. „Danke Phil für den Geheimtipp mit den Krokodilen!“ Der Platz mit den Wüstenkrokodilen hat unter Rüdigers weltweiter Favoritenliste einen Rang unter den ersten fünf bekommen.

 











Kommentare

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Gisi und Rüdiger aus Bama

Freitag, 29-04-05 18:23

hallo opa,

sind jetzt länger in bamako als geplant - die franzosen haben die visa von der zentralafrikanischen republik noch nicht bestätigt bekommen. sollen am montag wieder kommen - das ist eben afrika.
bamako ist uns in der zwischenzeit sehr ans herz gewachsen, die angenehmste stadt ausserhalb europas zum hängenbleiben. es gibt sogar einen supermarkt mit europäischen produkten zu schweizer preisen, wie die kanadier zu uns meinten. unsere emails dürften, obwohl ich die wichtigen auch unter @gmx.net und @weltleben.at versende teilweise nicht ankommen.
werden, wie es aussieht eher die tschad - zar - kongoroute nehmen und nigeria samt kamerun links liegen lassen.

lg gisi und rüdiger

 

Hintersteininger Richard

Montag, 25-04-05 20:26

Hallo Danke für die vielen berichte wart immer gespanntdarauf auch Mina ist immer sehr erfreut Nur Gerlinde ist zur Zeit sehr unter druck sie haen reisevorberitung zu machen fliegen ein einigen Tagen Nach indien und Urlauben zika 14 Tagen lassen euch herzlich grüßen
OPA

 
 

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