So 26.6.2005 - Mo 27.6.2005

10 000 Schlaglöcher

Kommen erst gegen Mittag aus Zinder weg. Die Straße ein Schlaglochalbtraum: 100 Meter fahren, rechte Seite runter vom Asphalt. Die Straße queren, einige Schlaglöcher in die Mitte nehmen und links runter. Geschickt über einen Steg balancieren... So geht das die ganze Zeit und wir schaffen gerade mal 18 Kilometer in der Stunde - auf den meisten Pisten sind wir schneller unterwegs. Gegen Abend befinden wir uns auf einer funkelnagelneuen Straße – whow!

 

Surreale Abenstimmmung

Die gute Straße ist leider wieder zu Ende und es beginnt das Schlaglochmartyrium bis kurz vor Diffa. Kommen in eine surreale Abendstimung und fahren wie durch einen Traum: Sanddünen inmitten von weitläufigen Grünflächen, die uns an englischen Rasen erinnern. Berauschen uns am Traum mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass wir noch immer keine Village – Dorf zum Übernachten gefunden haben.

Diffa

Zu guter Letzt setzt auch noch Regen ein und wir stehen beim Gendarmerieposten von Diffa. Hopla, so weit wollten wir nicht, da es keine Campingmöglichkeit gibt. Der Gendarm meint, dass wir doch beim Hotel des Ortes unterkommen könnten. Es ist Nacht und wir treffen niemanden im Hotel an - also weiter.

Verfolgt bei Regen in der Nacht

Toll! Es ist also stockdunkel und wir sollten längst von der Straße sein – die nigerianische Grenze ist nur wenig weiter und es gießt es in Strömen. Die Straßen sind bereits stellenweise überflutet und hinter Diffa beginnt der wahre Schlaglochstrassenalbtraum. Zuvor war ein Kinderspiel im Vergleich, die Straße ist oft 100 Meter und weiter einfach weg. Es hilft nichts, wir müssen weiter. Die gefährlichen Schlaglöcher von den harmlosen zu unterscheiden ist nicht so einfach, wenn sie geflutet sind – also vorsichtig durch, wenn sie nicht umfahrbar sind. Wir tasten uns durch das Unwetter weiter bis zur nächsten Ortschaft. Der Straßenposten weigert sich aus seiner Hütte heraus zu kommen – wir uns hineinzugehen, denn dann währen wir in Sekunden durchnäßt. Nach fünf Minuten umfahren wir ihn einfach und weiter geht’s im Unwetter. Nach wenigen Minuten grelle Lichter von einem Fahrzeug hinter uns, es holt beständig auf und rückt uns nicht von der Pelle. Rüdiger saust durch sämtliche Schlaglöcher und überfluteten Straßenabschnitte, der Verfolger bleibt dicht hinter uns. Wir halten an, damit er vorbei fahren kann – er bleibt einfach hinter uns stehen. Jetzt wird uns schon ein wenig mulmig zumute, schließlich sind wir hier im Grenzgebiet und Banditen überfallen einen meistens in der Nacht. Rüdiger fährt ohne Rücksicht auf Hidalgo dem Verfolger davon, bei überfluteten Streckenabschnitten oft hunderte Meter durch knietiefes Wasser. Ob das immer so gut geht? Normalerweise läuft einer von uns bei solchen Stellen zu Fuß voraus, doch wir werden verfolgt. Nach einigen Kilometern sehen wir ihn fast nicht mehr. Wieder so eine überflutete Stelle, so weit die Scheinwerfer reichen. Durch! Die ersten zweihundert Meter ist es knietief. Plötzlich taucht Hidalgo ab. Stockdunkel! „Mist!“ Die Scheinwerfer sind unter Wasser. „Einfach weiter Gas geben!“, denkt sich Rüdiger. „Oh je, jetzt stecken wir fest!“, befürchtet Gisi. Nach wenigen Metern wieder ein wenig Licht. Es wird flacher. „Noch fünfzig Meter und wir sind draußen!“, rasen Rüdigers Gedanken! „Hoffentlich hat die Lichtmaschine nichts abbekommen und der Motor nichts geschluckt!“ Rumps, Hidalgo quält sich aus dem See zurück auf den Asphalt. „Ein wenig Wasser wurde durch die Türdichungen hereingedrückt!“, bemerkt Gisi trocken. „Wir sehen fast nichts!“, Rüdiger zu Gisi. - „Müssen die Scheinwerfer reinigen!“ – „Gisi, du bist dran!“ Tropfnaß steigt Gisi wieder ein, wir wissen nicht, ob das Licht durch den extremen Regen so wenig weit leuchtet, oder ob wir uns dies einbilden. Beschließen weiter zu fahren, die Hitze des Motors läßt in wenigen Minuten das gesamte Wasser verdampfen.

Sehen unterwegs ein liegengebliebenes Auto mit einem patschnassen Uniformierten, der uns versucht anzuhalten. Wir rasen weiter, unseren Verfolger sind wir seit wenigen Minuten los. Stehen bleiben wäre so ziemlich das dümmste, was man in dieser Gegend in der Nacht tun könnte. Wir wollen schließlich unser Glück nicht noch mehr strapazieren und das Schicksal herausfordern.

Weiter, immer weiter – es sind bereits 25 Kilometer seit Diffa. Wir haben außer dem einen Straßenposten der nicht herauskam keinen weiteren mehr gesehen. In ein Dorf kann man in der Nacht leider nicht rein – in der Nacht kommen nur die Räuber und Banditen. Es hört auf zu regnen.

Nächtigung bei der Gendarmerie

Bei Kilometer 27 ist endlich ein Dorf mit Gendarmerieposten. Wir bitten den Gendarmen bei ihm in Hidalgo nächtigen zu dürfen. „Selbstverständlich, hier seid ihr sicher!“, winkt er uns zur Seite. Wir besuchen ihn und seinen Kollegen in der tropfnassen Hütte, die dem Regen nur bedingt standhielt. Die beiden bieten uns ihr Reservebett an, das wir gerührt ablehnen.

Sicherheit versus Hilfeleistung

Wir machen uns bereits fertig für die Nacht, da hören wir ein wohlbekanntes Motorengeräusch – der Verfolger im Geländewagen. Er musste den tropfnassen Uniformierten von der Strasse auflesen, der uns Vorwürfe macht, weil wir nicht angehalten haben. „Es ist zu gefährlich für uns in der Nacht anzuhalten. Wir haben keine Ahnung mit wem wir es zu tun haben und es könnte sich um einen Hinterhalt handeln!“ – „Aber ich bin doch Gendarm und habe hier mein Abzeichen!“ Demonstrativ zeigt er auf die kleine Marke. – „Die können wir bei sinnflutartigem Regen bei dunkler Nacht wohl kaum aus einem fahrenden Auto erkennen. Tut uns sehr leid, doch die Sicherheit geht vor!“

 





Kommentare

Anzeige: 1 - 5 von 592.
 

Denese Denese aus South Mountain

Samstag, 15-07-17 18:07

appetite suppressants otc appetitesuppressantsoverthecounter appetite suppressants otc

 

Desmond Desmond aus Sint Maartensdijk

Samstag, 15-07-17 15:34

appetite suppressant

 

Adell Adell aus Mairing

Samstag, 15-07-17 08:05

http://appetitesuppressant.us.com

 

Sabrina Sabrina aus Linkebeek

Samstag, 15-07-17 07:08

appetite suppressant

 

Clement Clement aus Palhoca

Samstag, 15-07-17 06:25

appetite suppressant reviews

 
 

Kommentar abgeben

Ins Gästebuch eintragen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz