So 27.3.2005 - Osttersonntag

Brot nach Nomadenart

Fortsetzung unserer Wüstentour zum Guelb er Rîchât: Der Tag beginnt wieder um sechs Uhr mit Hassans selbst gebackenem Brot und dem obligatorischen Tee. Das Brot geht ganz einfach: Mehl mit Hefetreibmittel, Zucker Salz und Wasser zu einer festen Masse vermengen. Das Feuer für den Tee zuvor war etwas kräftiger und heizte den Sand auf. Die Glut beiseite schieben und den Brotfladen gut mit Mehl gestaubt eingraben. Nach einer halben Stunde das Brot hervor holen und mit einem Stock den Sand abklopfen – fertig! Diese Ostern der Ersatz für den Kärntner Reindling.

Die Hürden des interkulturellen Austauschs

Wieder mal Kamelschonung, dabei ist es noch kühler Morgen. Ali steuert Dünen an und Hassan macht sich mit den Tieren schnell aus dem Staub. Wir machen ihnen einen Strich durch die Rechnung, da wir Hassan nach einiger Zeit auf den Dünenkämmen folgen und ihn einholen.

Gisi reitet nur kurz auf dem Kamel, da machen wir Rast bei Nomaden.

Gleich werden diverse Sachen zum Verkauf vor uns ausgebreitet, die wir geflissentlich ignorieren. Kommen uns vor wie bei einer organisierten Bustour, wo man den Leuten diverse Dinge aufschwatzt. Wir nehmen die ständigen Forderungen nach Geschenken oder das Aufdrängen diverser Dinge nicht mehr ernst, plaudern noch freundlich, um bald weiter zu ziehen. Den Leuten selbst kann man gar nicht so böse sein, schließlich wurden sie von westlichen Touristen wie der Pavlov’sche Hund erzogen. Beim Anblick von Touristen wird nur mehr auf ein Cadeau, Geschenk gewartet. Westler = Cadeaux haben die seit kurzer Zeit hier verkehrenden Touristen und Hilfsorganisationen den Menschen hier bestens beigebracht . Für den interkulturellen Austausch bleibt dabei natürlich kaum Raum, der Blick auf den Menschen ist einfach vernebelt. Eine Szene ist uns besonders in Erinnerung geblieben. Sogenannte österreichische Ethnografen stiegen mit einem Sack voller Geschenke aus ihrem hochgerüsteten Expeditions-LKW aus. Die Menge der davor wartenden Menschen stürmte nach vor, riß der Frau den Sack aus der Hand und balgte sich um den Inhalt – würden sagen: Beruf verfehlt!

Ziel verfehlt

Durch die Sache mit den Kamelen und den Nomaden waren wir so abgelenkt, dass wir erst ziemlich spät bemerkten, dass wir nicht mehr tiefer in den des Guelb er Richât reiten. „Der liegt jetzt aber zu weit hinten!“, Ali beinahe beleidigt, als wir ihn auf unser Ziel ansprechen, „wir gehen jetzt doch weiter zu den Felsmalereien.“ – „Hast wohl vergessen zu erwähnen, dass dies nicht am Weg liegt, Ali?“, Rüdiger sarkastisch – „Wieso, ihr wolltet doch die Malereien sehen.“ – „Genau, nachdem du sie uns gestern quasi am Weg liegend vorgeschlagen hast. Doch es war keine Rede davon, von der ursprünglich besprochenen Route abzuweichen! In welcher Richtung sind eigentlich die Felsmalereien?“ – „Richtung Ouadâne!“ Wir haben jedoch keine Lust schon wieder zurück zu gehen, wollen doch mehr von der schönen Wüste sehen. Als Alternative steuern wir schnellen Schrittes die nächste Oase an.

Steinzeit

Am Weg dorthin liegen am Boden Pfeil- und Speerspitzen aus der Steinzeit. Sogar eine Axt und diverse Schabinstrumente kann man mit Geduld an der Oberfläche erspähen. In der Oase bereiten wir einen Teil des Zickleins als Festtagsschmaus zu – sogar eines der hart gekochten Eier konnten wir für den Tag vor den divsersen Mitessern gerade noch retten.

Die unvorhergesehenen Gäste

Mit den Vorräten haushalten ist bei den Nomaden gar nicht so einfach – Vorratwirtschaft ist eher unbekannt und wenn es etwas zu essen gibt ist schnell mal ein Gast zur Stelle, den wir natürlich dem nomadischen Gebräuchen folgend mit verköstigen müssen. Unser heutiger Gast bekommt, da er unsere Art der Zubereitung des Zickleins mit Gemüse nicht mag von Hassan Brot gebacken, dass mit viel

Zucker, Salz und Olivenöl vermengt an einen Kaiserschmarren erinnert.

Ali und Hassan haben den Touristenmodus abgeschaltet und sind kaum wieder zu erkennen. Müde vom langen Marsch reitet Hassan zum ersten Mal auf dem braunen Kamel, scherzt und singt inbrünstig.

Infiziertes Wasser

Gegen Abend geht es Rüdiger ziemlich schlecht, wir hätten das Wasser vom letzen Brunnen doch desinfizieren sollen. Bis jetzt haben wir uns immer sklavisch daran gehalten jeden Tropfen Wasser, auch das Gebrauchswasser mit einem Chlor-Silberionen –Präparat zu desinfizieren. Chlor tötet in klarem Wasser sämtliche Bakterien, Viren und Kleinstlebewesen. Die Silberionen schützen das Wasser vor Wiederverkeimung. In den Trekkinggeschäften verkaufen sie einem meistens bereits das Silberionen-Präparat als Wundermittel – ein ausgemachter Blödsinn. Ali kennt ein gutes Mittel gegen die Bauchkrämpfe, einen Tee aus aufgekochten Akazienblättern. Wirkt erstaunlich schnell und nach ein paar Stunden ist Rüdiger auf dem Wege der Besserung. Die Tipps und Tricks Sektion auf Home hat RÜdiger deshalb beschlossen in Angriff zu nehmen.

 










Kommentare

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