So 29.4.2007

Stürmische Nacht

Stockdunkle sandstürmische Nacht. Der Wecker piepst nervend um 4 Uhr 30. Wir haben Sand zwischen den Zähnen, im Schlafsack – eigentlich überall. Seppi und Henni sollte es im Dachzelt besser als uns ergangen sein, doch sie hatten auch nicht gerade viel Schlaf.

»Der Wind hat immer wieder eine Leine mit einem lauten Knall losgerissen. Das erste Mal schreckten wir beide hoch. Das ging die ganze Nacht so.«, beklagt sich Seppi.

 

Die Nachtrallye

Eine halbe Stunde später stehen wir als fünftes und sechstes Fahrzeug am Tor zum Nationalpark. Warten. Um 5 Uhr 20 geht die Rallye endlich los. Rund 65 Kilometer bis zum Parkplatz für 2x4 Fahrzeuge und dann noch einmal fünf Kilometer durch halbtiefsandige Stellen bis zum 4x4 Parkplatz. Von dort sind es noch einmal zwanzig Minuten zu Fuß.

Sonnenaufgang ist in spätestens einer Stunde. Erlaubt sind 60 km/h – doch selbst die parkeigenen Fahrzeuge rasen mit rund 120 Sachen los. Nur wenn wir schnell genug sind, können wir den Sonnenaufgang im Dead Vlei – im Todestal, benannt nach den vor rund 900 Jahren abgestorbenen Bäumen, genießen. Also schnell hinterher. Nach wenigen Kilometern will uns ein Overlander-LKW mit 16 Touristen an Bord überholen. Zunächst blinkt er Seppi, der mir folgt an, dann kommt er uns gefährlich nahe. Der verrückte Fahrer zischt mit 130 km/h wankend an uns vorbei, um dann an der Düne bei Kilometer 45, lange vor dem Sonnenaufgang, stehenzubleiben.

Beim 2x4 Parkplatz wechseln Gisi und ich zu Henni und Seppi in den Toyota Hi Lux. Premiere. Seppi fährt zum ersten Mal in seinem Leben auf mitteltiefem Sand.

»Da sollte eigentlich nichts schiefgehen. Ideal für Anfänger«, denke ich mir.

»Da nehmen wir die Untersetzung.«, sagt Seppi nach dem ersten Blick auf die Sandspur.

 

Seppis erste Sandfahrt

Ungewohnt das bockige Hin und Her des Fahrzeugs. Seppi lenkt zunächst so stark gegen, dass Gisi und Henni hinten im Hardtop wie in einer Waschmaschine durch die Gegend geschleudert werden. Nach den ersten Kilometern hat er jedoch den Bogen so halbwegs heraus – steuert souverän durch eine mitteltiefsandige Passage in der sich gerade vor uns ein südafrikanischer Landrover einbuddelt. Haben wohl zuviel Luft in den Reifen?

Fünf Minuten später bleiben wir beim Schild zum Sossusvlei stehen.

Autsch! Ich kann mich leider nicht mehr so genau erinnern. Weiter oder hier stehen bleiben? Die spitze Düne dort hinten kommt mir doch so bekannt vor.

»Stopp! Denke wir müssen da nach hinten zu der hohen Düne.«

Ganz sicher bin ich mir jedoch nicht. Ich frage einen vorbeifahrenden Südafrikaner nach dem Dead Vlei.

»You have to go back. Three kilometers into this valley!«

 

Im falschen Tal?

Zehn Minuten später läuft eine Springbockherde parallel zu uns im ersten Licht des Sonnenaufgangs. Malerisch die Farben und Schattenspiele. Leider sind wir noch nicht in der Nähe des Dead Vleis. Bald stehen wir an einer, das Tal an der niedrigsten Stelle rund hundert Meter hohen, umfassenden Düne an.

»Da direkt hinauf?«, fragt Henni voller Entsetzen.

»Wir müssen zunächst schräg in die Verschneidung rein und dann die letzen dreißig Meter die steile Flanke hinauf.«, erklärt Gisi wie eine altgediente Wüstenfüchsin.

Hennis ungläubigen Blick werde ich nie vergessen. Die Düne ist freilich höher als gedacht. Ohne Anhaltspunkte haben wir keinen Vergleich für den Größenmaßstab. Ich kämpfe mich allen voran auf den Scheitel der ach so kleinen Düne.

»Dahinter ist leider nicht das Dead Vlei! Wir müssen zurück.«, kommentiere ich trocken.

Verflucht noch mal, das sieht sich alles so verdammt ähnlich. Und doch kommt mir die hunderte Meter hohe Düne auf der rechten Seite noch immer so vertraut vor.

 

Oryx quert

»Rüdiger! Da ist eine Oryxantilope auf der hohen Düne. Fast ganz oben!«, reißt mich Seppi aus meinen Gedanken in die faszinierende Realität zurück.

Langsam und gemächlich steigt das Oryx scheinbar mühelos den Sand hinauf. Im Morgenlicht mutet dieser Anblick surreal an. Es bleibt stehen und sieht lange zu uns herunter, bis es wie ein Traum hinter dem Dünenkamm verschwindet. Wenig später tänzelt ein Schakal. Versteckt sich hinter einem Büschel Gras, lugt wieder hervor. Tänzelt weiter ins nächste Versteck. Dabei dürfte er ebenso neugierig auf uns zu sein, wie wir auf ihn. Er scheint mit uns zu spielen. Diese Erlebnisse entschädigen mich für das Dead Vlei – doch ich kenne es ja und die anderen leider nicht.

 

Endlich im Deadvlei

Eine gute Stunde nach Sonnenaufgang. Wir finden doch noch das Dead Vlei. Leider mit dem Gros des Touristenstroms, den wir nun nicht mehr übersehen können. Die Masse, die sich inzwischen zum Tal nach hinten walzt, gleicht einer bunten Karawane am Weg zur verheißenden Oase. Vorbei der Zauber, der in den ersten schmeichelnden Sonnenlichtminuten das Tal regelrecht von dieser Welt entrückt. Statt der Einsamkeit sind wir ein Teil des großen Stromes, der sich tagtäglich bis in die Abendstunden durch das Tal zieht. Nach einem Blick auf die rechte hohe Düne dämmert mir die Erkenntnis. Wir sind nur ein Tal weiter parallel gewesen. Vielleicht bekomme ich im Touristenshop eine Eselsmütze?

 

CampingINFO Namibia

Camping in Sesriem

Sesriem Park-Camping

Befindet sich direkt am Eingang zum Sossusvlei-Gebiet. Von der C19 kommend in die D826 abzweigen und bis zum Ende fahren. Eingang mit stilisierten Dünen. Das staatliche Restcamp hat eine Tankstelle, die meistens Treibstoff hat, einen kleinen Shop für das Notwendigste zu teuren Preisen, einen eiskalten Pool (Verdunstungskälte), nette leider nicht windgeschützte Plätze unter uralten Akazien, großzügige Grillstellen und kein Licht. Nur von hier kann man knapp eine Stunde vor Sonnenaufgang losfahren. Es ist oft ausgebucht  deshalb rechtzeitig ankommen oder reservieren. Einiges an Overlandern (in großen LKWs), in der Regel 16 Personen & Guides. Ad Campen: Es gibt auch noch eine Ausweichfläche, die jedoch scheinbar nur nach Lust und Laune vergeben wird. Also nicht allzu fordernd auftreten, sondern den besten traurigen Dackelblick aufsetzen ;-)

Zu den Kosten für die Übernachtung auch die Parkpermitgebühr einberechnen. Es wird nur Bargeld genommen!










Kommentare

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