So 4.9.2005

CONGOFAHRT TAG 8:

Kuh über Bord!

Eine Kuh schwimmt mit riesengroß aufgerissen Augen an uns vorbei – Kuh über Bord! Sofort starten einige Jungs in unseren beiden Pirogen, um die Kuh zu retten. Kapitän Henri stoppt den 1000 Tonnen-Koloß und dreht bei. Wir sind gerade zufällig vor einer größeren Village und so startet eine Piroge mit Außenbordmotor auf Kuhabfangkurs. Unsere beiden Pirogen schaffen es Sekunden vorher bei der Kuh zu sein und packen das Tier an den Hörnern. Die Männer der motorisierten Piroge wollen die Kuh entwenden. Macheten werden auf beiden Seiten gezückt und an den Hörnern der Kuh gezogen. Unsere Pirogen haben zum Glück mehr Menschen an Bord und so trollen sie die diebischen Villagers. Rüdiger klettert zwischen Kühen und einigen Tonnen Kuhscheiße die rund 80 Meter nach vor zum Bug des Schiffes – zu spät, die Kuh ist schon an Bord. Dafür können Ismael, Dieu Donne – ja er heißt wirklich so, Moustapha, Achmed und Hassan – die Nomaden aus dem Tschad endlich wieder Fragen stellen. Wie uns der Lac Tschad gefallen hat, wie Bega Sola für uns war, wie heiß es in Österreich ist, wieviele Länder wir schon bereist haben, was wir vom Vorfall mit der Polizei vor einigen Tagen halten, ob wir den Kongo auch so viel wilder als den Tchad finden, ... Rüdiger ist jedoch schon so hungrig, doch immer wieder heißt es: „Nur noch eine Frage!“

Unsere Village

100te Fragen später, Rüdiger musste auch noch das halbe Schiff fotografieren, kommt er endlich zum Frühstück: Safu, diese pflaumenfärbige und wie eine Monsterdattel geformte und nach Avocado und vielen Früchten schmeckende Frucht und Maniok stillen schnell den ärgsten Hunger. Wir leben vor unserem Hidalgo mit den anderen wie in einer Großfamilie. Den ganzen Tag über legen Pirogen an und bieten von lebenden Affen, über getrockneten Affen, Dörrfisch, frischen Fisch, Hühner, Enten, Ziegen, diversen ganzen Bananenstauden, Safu, natürlich Maniok, Schlangen, Palmwein bis zu lebenden Raupen alles feil. Fast alles wird abgekauft. Sogar drei Krokodile werden gefesselt an Bord gebracht – 4000 CFA im Einkauf, 8-10 000 CFA bringt so ein rund 1,2 Meter großes Kroko in Brazza. Handtasche wird es keine - es schmeckt wie Hühnchen mit Schrimps gemischt... Inzwischen sind wir wahrlich eine Arche Noah! Eines der Krokos lebt unter unserem Auto und kann bald den Knebel entfernen. Wir verraten es nicht Jean Pierre.

Ein buntes kommen und gehen. Auf einer der Pirogen neben uns wird die Kuh, die vor zwei Tagen vor ihren Schöpfer getreten ist, feinsäuberlich zerlegt. Im Kochtopf neben uns riecht es dementsprechend – würg!

Jeanne

Jeanne, eine herzliche Matrone wie sie im Buche steht, kauft immer wieder für uns ein: „Ihr müßt sonst zu lange feilschen, bis ihr den korrekten Preis bezahlt!“ Da wir bei den unzähligen Pirogen gar nicht mehr den Überblick bewahren können, ist es für uns sehr praktisch, wenn Jeanne dann auf einmal meint: „Ihr wollt ja Süßkartoffeln, jetzt sind welche da!“ Eine Viertelstunde später stehen sie bereits am Feuer.

Blutsauger

Ali, der Nomadenführer, hat leider seine Medizin nicht eingenommen und liegt ziemlich fertig auf der Matte. Ein Marabu saugt mit einem Kuhhorn so lange, bis Blut austritt – oben ist es mit Bitumen verschließbar. Wir plaudern den ganzen Tag mit Schwester Dorothy, die uns unglaublich viel über Afrika erzählen kann. Wißt ihr welche Bedeutung die Toten bei uns haben? Und ob wir dies wissen! Bei den meisten Völkern verehrt und fürchtet man die Toten in einem. Beispielsweise werden bei vielen Völkern den Toten auch die Schuhe mit auf's Grab gegeben, damit sie nicht mehr ins Haus zurückkehren. Manche Tote, besonders wenn sie gewaltsam gestorben sind, bleiben noch sehr nahe bei der Familie. Sie akzeptieren ihren eigen Tod nicht! „Erst wenn der Marabu den Toten dazu bringt seine Schuld einzugestehen, kann er zu den anderen Ahnen.“, erklärt uns Dorothy. Der islamisch angehauchte Marabu ist im schwarzen Westafrika das gleiche wie der Féticheur in Zentralafrika. Diese Marabus haben nur mehr wenig gemein den streng islamischen des nördlichen Afrika.

Äquator

So wie es aussieht werden wir heute Nacht den Äquator überqueren und befinden uns damit im Herzen von Afrika mit den herzlichen Menschen um uns herum – unserer Village. Immer wieder machen wir uns gegenseitig Geschenke: Orangen, Zucker, Safu. Henri schenkt uns sogar einen Fisch und Brot! Zentralafrika ist so schön, wild, faszinierend und grausam – mit einem Wort wir haben diesen Kontinent in seiner Einzigartigkeit liebgewonnen. Zwischen Himmel und Hölle, ein Filmtitel Oliver Stones, paßt auch für Zentralafrika.

Tatsächlich: Um 2:55 Uhr in der Nacht passieren wir den Äquator. Der schwarze Ubangui ist von Flußinseln durchsetzt. Sternklarer Himmel – und so herrlich unspektakulär. Um uns, wie seit Tagen die weite grüne Wildnis mit den Dörfern am Ufer. Einige Feuer leuchten in der Ferne.

 












Kommentare

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