Sa 14.5.2005

Abwechslung zur Mieldiät - Hirsediät

Das Essen dürfte gestern gut geschmeckt haben. Heute sind noch mehr zum Bekochen gekommen. Mehr als den großen Topf mit Spaghetti können wir jedoch nicht machen – kommen schon so ins Schleudern. Mamadou lobt uns für unsere Kochkünste – haben ihren Geschmack genau getroffen. Zeigen danach Bilder von unserer Familie, unserer Schwedenreise und Österreich. Schnee ist dabei besonders interessant, da hier völlig unbekannt.

Defekter Pumpbrunnen

Das Dorf hat einen Pumpbrunnen mit köstlichem Wasser, leider ist der Hebel abgebrochen. Rüdiger versucht das defekte Teil auszubauen, damit man den Hebel anschweißen lassen kann. Er scheitert an der schlauen Bauweise – die Lagerschalen sind nicht auszuschrauben, sondern einfach verschweißt und auch andere Demontagemöglichkeiten sind konstruktionsbedingt ver(s)baut. Es muß also ein Mechaniker mit Schweißgerät und Ersatzteilen her. In der Zwischenzeit behilft sich das Dorf mit einem neu ausgeschalten Brunnen, der jedoch kein so gutes Wasser hat. Die Hilfsorganisation, die den Brunnen gebaut hat läßt das Dorf einfach im Stich, dabei ist Wartung doch kein allzu großer Aufwand.

Einkaufen auf Dogonart

Danach müssen wir wieder Zucker kaufen, denn die Dogon haben alle unsere Vorräte für den extrem gesüßten Tee aufgebraucht. Wir marschieren wieder durch das ganze Dorf und Rüdiger wird von Mamadou ständig gebeten irgendjemanden oder etwas abzulichten. Es hat sich inzwischen im Dorf herumgesprochen, dass wir nach unserer Reise die Fotos schicken werden. Dass wir einkaufen wollen haben Samuel und Mamadou schon wieder vergessen und nach drei Stunden stehen wir beim Magazin, einer kleinen Hütte, des Ortes. Endlich können wir für die Dogon Zucker, Zigaretten, Kolanüsse und nach langem Drängen Zuckerln für die Kinder kaufen. Verteilen lassen wir es jedoch Samuel. Am Rückweg trinken wir Tee auf Dogonart. Noch stärker und noch gesüßter als bei den Arabern wird das Ritual drei mal durchgespielt. Einmal für die Männer, dann für die Frauen und die letzte Runde für die Ahnen.

Guides

Heute hat sich zu uns ein Guide aus dem Nachbardorf gesellt. Wir wissen nicht, wie wir ihn wieder loswerden sollen. Ali schickt ihn schlußendlich weg und erklärt uns später, dass die Guides im ganzen Dorf verhaßt sind. Besonders der soeben fortgeschickte sei ein ganz übler Bursche und Bandit. Touristen mit Guides sind dementsprechend ungern im Dorf gesehen. Außerdem finden es die Dogon unmöglich, dass jemand schnell reinkommt, wild drauf los fotografiert, ohne um Erlaubnis zu fragen und dann wieder verschwindet.

Alai

Rüdiger ist scheinbar ganz in ein Gespräch mit einem alten Mann des Dorfes, Alai vertieft. Sie reden unter anderem über die negativen Auswirkungen des Tourismus. Alai lädt uns zu sich am nächsten Tag nach seiner Rückkehr aus dem Nachbardorf zu sich ein – so versteht es zumindest Rüdiger in perfektem Französisch ... Als Gisi dazukommt scheint er nichts zu verstehen und Rüdiger anwortet für

Alai: „Er wohnt ganz oben im Dorf und hat uns morgen zu sich eingeladen!“ (Fortsetzung folgt)

Der Pfingstbraten

Kaufen Ali einen Hahn ab, um wieder die Meute zu verköstigen. Die Kinder werden alle heimgeschickt, da der Hahn nicht für alle reicht. Mamadou schlachtet den Hahn, der sich kaum wehrt – ganz anders als das Zicklein in Ouâdane in Mauretanien. Dann wird der Hahn im Lagerfeuer kurz für’s Rupfen abgefackelt und in unseren großen Topf stückchenweise gesteckt. Alles wird reingeschnitten, sogar der Kopf und die Krallen. Rüdiger holt gerade noch im letzten Moment die Nieren raus. Rüdiger würzt die Hahnsuppe sehr pikant und wir kochen noch Reis. Vom Hahn bleibt nichts, nicht mal der Schnabel oder unsere Knochen übrig – alles wird von Ali, Mamadou, Samuel und Co verputzt.

 











Kommentare

Kommentar abgeben